Über Border Collies

Border Collies gibt es in den unterschiedlichsten Versionen. Abgesehen von Arbeits-, Schönheits- und Sport-Linien, sowie diversen Mixturen daraus geht es auch um die Registrierung bei den verschiedenen Clubs.

Rein optisch erkennt man meistens die Show-Linien an ihrem enormen Fell und den kräftigen Beinen und Köpfen. Außerdem sind sie fast ausschließlich schwarz-weiß.

Unter den Arbeitslinien kommt eine große Vielfalt der unterschiedlichsten Farben, Ohrhaltungen und Felltypen vor. Hier erkennt man meist eher am Habitus, daß es sich um einen Border Collie handlen muß, als an einer Rasse-Ähnlichkeit. Hier ein paar Beispiele:

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Caya: tricolor, kurzhaar, stehohrig

Brego: tricolor, stockhaarig, seitlich gekippte Ohren

Joe, tricolor, langhaarig, hohe Ohren

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Aslan: rot tricolor mit Mottles in zwei Farben, Stehohren

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Balu: tricolor mit Mottles in zwei Farben

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Bea: tricolor, Orange und Blau-Schimmel

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Fay: Sable Saddleback

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Eliott: schwarz weiß, ziemlich dunkel, seitliche Kippohren

Flyte, klassisch gezeichnet, schwarz-weiss, Kippohren, leichtgebauter Arbeitstyp

 Solo, klassisch schwarz-weiss, Show-Typ

Obwohl sich die Show-Fraktion um einen standardisierten Typ zu bemühen scheint, ist ein wesentliches Charakteristikum der Border Collies ihre enorme Vielseitigkeit und Individualität, sowohl was das Aussehen betrifft, als auch bezüglich der Charaktereigenschaften und Talente! 

Um den geeigneten Border Collie für die eigenen Bedürfnisse zu finden, lautet die Faustregel immer: Wähle einen Hund aus einer Verpaarung, bei der du dir beide Elternteile gerne halten würdest! Vermutlich wird der Welpe ähnlich wie seine Eltern oder zumindest ähnlich wie seine Großeltern.

Wenn man einen Hund zum Hüten sucht, sollten beide Eltern gut hüten, will man einen für Agility, sollte die Familie sich in dieser Sportart brillieren. Möchte man unbedingt einen Border Collie nur für die Familie, wähle man eine Verpaarung, wo sich schon die Familie als reine Haushunde bewährt haben. Je ehrlicher man dem Züchter seine Anforderungen beschreibt, desto eher hat man eine Chance auf den Hund, den man sich wünscht.

Hände weg von Züchtern, die versprechen, ihre Border Collies könne man ohnehin für alles super einsetzen, die diese Behauptung aber durch keinerlei Leistungen nachweisen können. Nur daß „Border Collie“ auf dem Pedigree steht macht aus einem Hund noch keine Sportkanone, kein Hüte-Ass und auch keinen lieben Kinderhund.

Es kommt auf die individuelle Verpaarung an, und ein Züchter kann nur dann etwas über die Eignung seiner Welpen aussagen, wenn er die Fähigkeiten seiner Zuchttiere auch tatsächlich objektiv überprüft hat!

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Alle meine Border Collies sind „doppelt registriert“, das heißt sie haben einen Stammbaum und Zuchtbucheintrag bei der FCI (ÖCBH) sowohl als auch bei der ISDS (International Sheepdog Society).

Hier eine kleine Zusammenfassung alle, die näher erklärt bekommen möchten, warum mir diese doppelte Registrierung so wichtig ist!

Im Zwinger “Lightspeed” versuchen wir ja, doppelt registrierte gesunde, umweltsichere Arbeitshunde zu züchten.
Das ist nicht so einfach, und vor allem werde ich immer wieder gefragt, was die beiden Registrierungen eigentlich nützen sollen.

Hier also eine kleine Erklärung aus österreichischer Sicht. Wir sind ja in der glücklichen Lage, daß wir hier Border Collies sowohl bei der ISDS als auch beim ÖCBH (FCI) eintragen lassen dürfen, (vorrausgesetzt natürlich wir tun uns die Mühe an, den Zuchtauflagen für beide Vereine zu genügen!!)

ISDS: International Sheepdog Society: Das englische Register für Arbeitshunde (gemeint ist Hütearbeit).

ISDS-gezogene Hunde brauchen keine Ausstellung und werden nach Arbeitsleistung gezüchtet. Wenn man einen reinen Hüte- oder Trialhund sucht, reicht diese Registrierung. Theoretisch ist es möglich, einen Hund mit sehr guten Anlagen und viel Training “on merit”, also aufgrund seiner Leistung registrieren zu lassen. Das ist allerdings sehr aufwendig. (und teuer!)

Um in Österreich mit ISDS-Papieren züchten zu können, müssen beide Elterntiere ISDS-registriert sein, einer zumindest HD-frei sein und der andere nicht schlechter als HD-C. Sie müssen mit mindestens 2 Jahren einen Augentest gemacht haben und frei von CEA und PRA sein. Außerdem müssen sie in einem ASDS-Trial (nur ein solches gilt!) mindestens 70 Prozent der Punkte erreicht haben.

2.) FCI: Federation Cynologique International: Der Europäische Dachverband für Hundezucht

Der Österreichische Verein ist der ÖKV, der Österreichische Kynologenverband, der Unterverein, der auch für die Border Collies zuständig ist, ist der ÖCBH, der Club für Britische Hütehunde.

FCI-registrierte Hunde müssen bei einer Hundeausstellung präsentiert worden sein, um züchten zu dürfen, wobei eine Hündin mit dem Formwert gut noch in die Zucht darf, ein Rüde aber nur ab dem Formwert sehr gut. Bei einer Ausstellung wird außer dem Schönheits-Standard auch das Wesen mitüberprüft, sowie durchaus sinnvolle Dinge wie die Korrektheit des Gebisses und bei Rüden das Vorhandensein von beiden Hoden.

Beim ÖCBH gelten außerdem die folgenden Gesundheitsauflagen für Border Collies:

HD: zumindest ein Partner frei, der andere nicht schlechter als HD-C

Augen: Jährlicher Augentest vorgeschrieben, bei dem beide Hunde frei von erblichen Augenkrankheiten sein müssen

Einige Zusatzuntersuchungen sind zwar noch nicht vorgeschrieben, werden aber allmählich -insbesondere für Deckrüden- zum Standard:

Gentest auf CEA, CL und TNS, wobei man zumindest einen genetisch freien Partner verwenden sollte.

Röntgen auch auf ED und OCD

Bluttest auf MDR1 (Ivermectin-Überempfindlichkeit)

Bei Sheepdogtrials, inclusive dem Königsbewerb, dem Continental Sheepdog Championship, der Europameisterschaft für Hütehunde, kann man mit einem reinen ISDS-Border problemlos antreten.
Da ja das große Pool an echten Arbeitshunden aus Großbritannien stammt und ISDS-registriert ist, ist es dort relativ leicht, einen hervorragend veranlagten Hund aus echten ISDS-Linien zu finden. Das Problem bei den britischen “Original-Borders” ist leider oft, daß der Standard bei den Gesundheitsuntersuchungen weit hinter dem sich einbürgernden FCI-Standard hinterherhinkt, sodaß man manchmal gezwungen ist, bei der Welpenauswahl ein gewisses Gesundheitsrisiko einzugehen. (So mußte ich z.B. leider gerade diesen Herbst meine Zuchthoffnungen für meine junge begabte Freni aus tollen Linien wegen schwerer HD begraben)

Meint man es hingegen mit dem Hundesport ernst, braucht man einen Hund mit regulärer FCI-Registrierung, denn bei den großen Bewerben wie Weltmeisterschaften kann man nach den geltenden Regeln nur so antreten. So wurden bei der diesjährigen Obedience-Weltmeisterschaft zwei qualifizierte Hunde ausgeschlossen, weil das Pedigree nicht regulär war. Spitzfindig wird die Sache, wenn es um sogenannte Register-Eintragungen geht, die beim Border Collie durchaus zur Regel gehören, weil man die “echten” ISDS-Hunde nicht aus dem Genpool verlieren darf und ein Wurf, bei dem etwa der Vater “nur” ISDS-Papiere hat, bei uns zwar ÖCBH-Papiere bekommt, aber im Anhang, im sogenannten Register. In manchen Ländern ist es leider verboten, oder zumindest unerwünscht (manchmal von beiden Seiten), beide Registrierungen zu haben. So findet man dann in solchen Ländern oft ”nur” Hunde entweder der einen oder der anderen Registrierung. Z.B. ein deutsch gezogener ISDS-Welpe käme bei uns automatisch ins Register, während man einen englisch gezogenen über den Kennel Club ins normale Zuchtbuch eintragen lassen kann.

Wie man sieht, kann es ziemlich schwierig werden, beide Registrierungen zu behalten und trotzdem interessante Verpaarungen zustandezubringen, die gesundheitlich, wesensmäßig und von der Anlage her den Ansprüchen des leistungsorientierten Züchters entsprechen. Oft ist ja für den Welpenkäufer noch gar nicht absehbar, wie weit er mit seinem Hund im Sport kommen wird. Wenn sich dann später herausstellt, daß er in einer Sportart ausgesprochen begabt ist, und er wird dann wegen einer Formalität der Vereine -wie etwa letztes Jahr bei einem Hund aus dem österreichischen Obedience-WM-Team geschehen- von der Teilnahme an der WM ausgeschlossen, so ist das natürlich ausgesprochen frustrierend!

Der neueste Stand der Dinge ist, dass Register-Hunde momentan wieder (im Gegensatz zu 2009) bei der Agility-WM starten dürfen. Wir hoffen natürlich, dass das auch so bleibt, sehen es aber trotzdem als unsere Aufgabe, im Lightspeed-Zwinger im regulären A-Blatt zu züchten.

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