Archive for Oktober, 2016

Ungarn: immer eine Hütereise wert!!

In Ungarn bin ich immer gern, ob zum Trainieren oder zum Triallen. Dort ist genügend Platz, dass sich die Hunde so richtig austoben können, die Leute arbeiten zusammen, und auch am Abend nach dem Samstagtrial wird gemeinsam etwas organisiert und für alle ein lustiger Abend gestaltet. Manchmal wird da ein Gemeinschaftssaal gemietet und gekocht, diesmal wurden Pizza und Getränke für alle in die Lobby der Pension bestellt und mit Anfängern und Fortgeschrittenen in wilder Kombination Pool gespielt, dass sich die Kös bogen! Gut gemacht, ungarische Nachbarn! So macht es einfach Spass.

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Das Trial selber war sehr fair. Die Schaf konnten bei perfektem Handling auch perfekt gehen, quittierten aber Diskussionen zwischen Hund und Handler gerne mit Ausbruchsversuchen. Wusste der Hund nicht wirklich, was er tun sollte, liefen sie auch unerbittlich davon.

Die Kulisse mit den riesigen Kohle-Meilern war unverwechselbar, wenn auch anfangs ein kleines bisschen einschüchternd.

Da das Trialfeld nach hinten zu abfiel, war ein Podest unbedingt notwendig, um wenigstens den Schafsteller zu sehen. Es war sehr spannend, den Hund am Outrun verschwinden zu sehen und dann hoffen zu müssen, dass die Schafe kurz später gesittet und auf der richigen Linie über die Kuppe auftauchen würden! Einer Kl.3 war diese Aufgabe auf alle Fälle würdig!!

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Dani hatte ihr Trial-Richter-Debut und konnte mit der braven Freni, die jetzt auch schon neuneinhalb Jahre alt ist, einen nahezu perfekten Demonstrationslauf hinlegen.

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Aus diesem verzweifelten Single-Ansatz mit Flyte wurde natürlich nichts. Diese Schafe wollten nicht auseinander.

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Aber am Sonntag gelang mir mit Flyte ein schöner 89 Punkte Lauf samt Single! 🙂 Gesamt zweiter Platz, nach Petra Szarvas mit der wirklich sehr tollen Meggy.

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Die kleine Nora hat sich sehr bemüht und über grosse Strecken sehr ordentlich und exakt gearbeitet. Wir müssen noch ihre Bestrebungen in den Griff bekommen, Schafe für ihrer Meinung nach unerlaubte Gedanken schon einmal vorauseilend zu bestrafen. 😉

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Die Siegerin in Kl.2 war Bonnie, eine tricolor-kurzhaar Hündin, die die Schafe immer genau richtig führt.

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Die kleine Josie ist auch erwachsen geworden und lief sehr schön in Trial Kl.2. Zweiter Platz, um einen einzelnen Punkt. Das hätte natürlich auch ganz leicht der Sieg sein können. Aber nachdem der Bewerb ja auch die ungarische Meisterschaft war, ist es schon schön, dass den Titel auch tatsächlich ein Ungar erarbeiten konnte.

Auf Josie sind wir natürlich sehr stolz.

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Die Entdeckung der Saison war für mich das Hütehunde-Trainingscenter von Familie Szarvas, die Szarvas-tanya.

Zimmer und Matrazenlager für Handler und Hunde, grosse Felder, ganz grosse Felder und richtig riesige Felder, sowie ausreichend Zackelschafe für jeden Bedarf!

Dorthin fahren wir wieder!! Ich freue mich sehr, dass wir dieses Center entdecken durften!!

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Auf dem Weg zum ganz grossen Feld zum Üben von den so richtig grossen Outruns!!

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Hier arbeitet Beta einen solchen Outrun. Am anderen Ende kann man Petra als winzigen rosa Punkt erkennen.

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Mein Noral

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Danis Alma

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Dieser Artikel hat leider ein trauriges Nachwort:

Die tolle ungarische Hündin Bonnie ist zwei Tage nach dem Trial gestorben. Herzwurm. Die Übertragung des Herzwurms geschieht über Mückenstiche und deshalb ausschliesslich im Sommer.

Wenn man also im Sommer Länder besucht, in denen Herzwurm-Erkrankungen vorkommen, so zB. Ungarn oder Italien, sollte man nachher eine Behandlung mit einem Wurmmittel vornehmen, das auch gegen Herzwurm wirkt. Angeblich ist das zB. bei Milbemax der Fall. Dieses Mittel kann auch nach dem Besuch in einer eventuellen Risikoregion verabreicht werden.

Wartet man aber zu lange und will später untersuchen, ob es zu einem Herzwurm-Befall gekommen ist, ist der genaue Nachweis und auch die Behandlung schwierig. Gibt es nämlich schon einen starken Befall kann es bei Abtöten der Herzwurmlarven zu einer Verstopfung der Arterien durch tote Larven kommen. Auch das kann zum Tod des Hundes führen.

Ivermectin wäre ein wirkungsvoller Wirkstoff gegen Herzwürmer, aber bei Hütehunden sollte man bei Medikamenten mit diesem Wirkstoff wegen dem noch nicht restlos erforschten MDR1-Defekt aufpassen.

Eine ivermectin-freie Alternative zur Profylaxe wäre Lufenuron. Wir werden in Zukunft bei Ungarn- und Italienbesuchen noch genauer auf entsprechende Profylaxe oder Nachbehandlung achten.

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Österr. Hütehunde-Staatsmeisterschaft 2016

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Die Hütehunde-Staatsmeisterschaft fand dieses Jahr in Harmersdorf statt. 100 lustige, kleine, dunkle Zackelschafe mit ihren auffällig abstehenden Zweihorn-Hörnern standen zur Verfügung. Für Kl.1 und 2 gab es ein sanft abfallendes Feld, begrenzt durch hochstehenden Mais zu beiden Seiten.

Für Kl.3 aber waren Outrun und der Anfang vom Fetch wirklich eine Herausforderung. Wenn man das nächste Bild gross aufzieht, sieht man jenseits der in der Mitte durch das Bild laufenden Hecke, die einen Bach verbirgt, auf der linken Seite im Feld vor den Bäumen ein kleines oranges Hütchen. Dort waren die Schafe gestellt. Es musste also der Hund irgendwie in das andere Feld geschickt werden, möglichst ohne den Outrun zu kreuzen. Dann wurden die Schafe geliftet und über einen geknickten Fetch über die Brücke in das hiesige Feld geholt, wo es das Dreieck an Toren, sowie Shed, Pen und Single zu absolvieren gab.

Den Hund zu den Schafen zu manövrieren und noch ein paar Punkte zu behalten erwies sich als ziemlich schwierig. Schickte man rechts und überquerte er selbständig den Bach, konnte er entweder im hohen Feld rechts hinten verschollen gehen oder direkt auf die in einem grossen Pferch beim Hof hinter diesem Feld zulaufen. Wenn er diese Schafe einmal fixiert hatte, war es schwierig, ihn aus der Ferne zum linken Feldende zu pfeifen.

Schickte man links und verpasste er den Einstieg über den Bach, musste man die Brücke sehr genau treffen und auch dann keinen Fehler beim nach-links-Lenken im anderen Feld mehr zulassen. Sonst war der Outrun gekreuzt und 19 von den 20 Outrunpunkten waren dahin!

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Jedenfalls war es sehr spannend, diesen interessanten Parcours zu probieren.

Auf meinen Flyte bin ich sehr stolz, der sich beide Male sehr gut dirigieren liess und ziemlich gut zu den Schafen fand. Leider war ihm das Glück dann an beiden Tagen nicht hold. Am Samstag zogen die Schafe beim Fetch extrem in Richtung Heimatpferch, sodass die Brücke nicht zu treffen war. Flyte versuchte zwar, die Schafe ohne Brücke durch den Bach zu bringen, aber da konnte ich ihn wegen der Bäume, die die Sicht völlig verstellten, nicht mehr helfen, und alleine schaffte er es nur, zwei von vier Schafen ins vordere Feld zu holen.

Am zweiten Tag arbeiteten wir uns über den ganzen Parcours. Auch diesmal schickte ich ihn links, um ihn gleich ganz links hinten im Feld den schwierigen Durchschlupf durch den Bach nehmen zu lassen. Am Sonntag schaute er sich diesen Durchgang zwar noch einmal an, entschied sich dann aber, doch in die Mitte des Feldes zu laufen und die Brücke zu nehmen. Das galt nicht als Kreuzen. 🙂 Aber manchmal ist es einfach lustig zu sehen, wie Hunde denken.

Jedenfalls konnten wir am Ende des Parcours noch Shedden, aber während wir die zwei Schafe abtrennten, drehten sich die anderen drei um und liefen flugs aus dem Parcours, wo sie bereits eineinhalb Tage gelernt hatten, dass es heim zu den anderen Schafen ging.

Auch Danis braver Freni ging es ähnlich. Bei ihr war es beim Single. Trials können schon frustrierend sein! 😉

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In Kl.3 konnten jedenfalls die heimischen Hunde von Kathrin Gleis einen Doppelsieg einfahren. Gate wurde Staatsmeisterin 2016 und Cube Vize-Staatsmeister. Dritte wurde Lightspeed Darjeeling (Darla), gefolgt von ihrer Tochter Kass. Meine Guin, die ebenso wie ihre Mama Julie mit zunehmendem Alter immer leichtfuttriger wird und deshalb leider auf Dauerdiät gesetzt ist, hatte nur den Mistsack und dessen leckeren Inhalt im Sinn, als sie startete. Schnitzel- und Muffinreste schwirrten ihr ganz offensichtlich bei jedem Richtungswechsel durch den Kopf. Naja, irgendwie schafften wir es zweimal über den Parcours. Das reichte bei den Schwierigkeiten dieses Feldes diesmal für einen fünften Platz für Guin. 🙂

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In Kl.2 gab es einen ganz normalen Dreieecksparcours. Hier wurden durchwegs schöne Leistungen gezeigt- es entschied sich also bereits an einem Shed-Fehlversuch, wer den Titel bekam. Marion Fuchs‘ Dean siegte hier, gefolgt von Wolfgangs Lightspeed Navajo (Jon) und meiner Lightspeed Narnia (Nora) Lightspeed Love Affair (Josie) zeigte ebenfalls sehr schöne Läufe, aber ganz am Ende vom zweiten Lauf zwickte sie ein Zackelschaf beim Zusammenholen nach dem Shed ein wenig.

Richter Erik Holmgaard war mit Schafberührungen diesmal besonders streng und winkte die Hunde, denen eine passierte, sofort aus dem Feld.

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In Kl.1 durfte ich mit Leihhund Kerry vom Sonnigen Garten starten, dessen Eltern Cherry und Aslan ich schon in Trials geführt hatte. Auch Kerry verlor am Samstag ein wenig die Geduld mit den kleinen schwarzen Schafen und wollte sie durch Schubsen beschleunigen, was der Richter nicht durchgehen liess. Aber am Sonntag lief er sehr brav, nachdem ich ihn diesmal viel stärker an der Kandarre hielt. Eigentlich mag ich ja die Hunde nicht an jeder Ecke ablegen, aber bei diesen Schafen war es tatsächlich eine günstige Strategie.

In Kl.1 gewann jedenfalls Alexandra mit Astra Filou, gefolgt von Alma Moonrunner, einer Tochter von Lightspeed Kerryglen. Ihr Bruder Alaba konnte Vierter werden. Dazwischen platzierte sich der Kelpie Dash! Sehr schön, wieder einmal einen Kelpie bei Trials zu sehen, und dann gleich so erfolgreich!

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Julie war nur zum Zuschauen mitgekommen, hatte aber viel Spass dabei und nutzte jeden Zentimeter, um mit der Nase möglichst nah am Geschehen, also direkt am Zaun zu liegen, auch wenn sie dadurch am Sonntag nachmittag im Regen liegen musste!

Danke für eine spannende Veranstaltung mit tollen Zackelschaf-Horn-Pokalen.

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