Nora: der kleine Rabenbraten!

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Aufwachsende Border Collies sind bekannt, ja geradezu verschrieen dafür, dass sie ihre Besitzer auf Trab halten. Die kleine Nora mit ihrem Temperament und ihrer aus allen Nähten platzenden Persönlichkeit hält mich jedenfalls gut beschäftigt!

 

Da wäre einmal der pure, schiere Zerstörungsdrang! Diese unbändige Freude beim Zerstören und Zerfetzen von Dingen! Ich versuche sie natürlich mit Kartos und Schachteln in Hülle und Fülle abzuspeisen. Und es ist eine Freude, ihr zuzusehen, mit welchem Gusto sie sich ihren Kartonagen-Opfern und ihrer Zerfledderung hingibt! Mit Genuss werden da die Stücke herausgerissen und neben sich gespuckt. Obwohl ich pausenlos am Aufklauben von Kartonfetzen bin, finde ich trotzdem überall noch welche, die unter Regalen oder Teppichen Zuflucht gesucht haben.

 

Wenn es gerade keine Kartons gibt, weiss sich die kleine Nora auch zu helfen. In meiner Wohnung gibt es nämlich in praktischer Nora-Höhe eine untere Reihe an Not-Knabber-Büchern, deren Rücken man annagen kann, wenn einen die Zähnchen ganz unaushaltbar jucken!!

Nora hat einen ziemlich historischen Geschmack. Klassiker schmecken ihr am besten. Vielleicht haben die älteren Bücher auch eine besonders attraktive mürbe Crossheit, die ein geübter Bücherwurm wie Nora zu schätzen weiss.

Als sie ganz klein war, hat sie sich mit dem Glöckner von Notre Dame unter meinem Bett häuslich eingerichtet und sicher einen Monat lang daran gekiefelt, bis ich den ganzen Schinken als Schinkenfleckerl dann wieder unterm Bett hervorkehren konnte.

Ich merke übrigens, dass Nora in der Zwischenzeit weiss, dass ich meine Bücher lieber für den eigenen Verzehr aufheben würde, daran, dass sie beim Zerfetzen von Kartons ungehemmt laut und extrovertiert vorgeht und dass Annagen von Büchern eine leise, diskrete Angelegenheit bleibt, bei der sie die nagende Seite (Reisszähne) durch den Rest des Körpers verbirgt und möglichst noch den Sichtschutz eines Sessels aufsucht.

(Das erinnert mich übrigens daran, dass meine immer-hungrige Julie gelernt hat, mit der Frequenz ihres Fressgeräusches zu „lügen“. Während man früher immer an der gierigen Hochfrequenz ihrer Fressgeräusche erkannt hat, wenn sie etwas Noras Futternapf übernommen hat, hat sie jetzt gelernt, ganz langsam weiterzufressen, damit ich nicht gleich am Geräusch erkenne, dass sie es ist und nicht mehr die arme vertriebene Nora!)

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Falls sich jemand wundert, dass ich scheinbar nicht imstande bin, meinem kleinen Nora-Rabenbraten Herr zu werden, muss sie einfach einmal kennenlernen. Ihr fehlt es an jeglichem schlechten Gewissen! Dafür hat sie den angeborenen Charme eines Tom Sawyer. Ihre Streiche kann man nicht einfach bestrafen, weil sie so absichtlich und voll ehrlicher Überzeugung ausgeführt und zugegeben werden!!

Das ist zB. so ein Schrödingers-Katzen-Moment, wenn man heimkommt und sich freut, dass man so brave, ruhige, friedlich schlafende Hunde hat, von denen man nichts hört und sieht. Und dann stürmt einem eine begeisterte Nora entgegen und berichtet freudestrahlend: „Es war soooo cool, wir hatten eine Keksparty! Wir haben im Regal gaaaanz viele Kekse gefunden, sie selber ausgepackt und die Verpackung überall in der Wohnung verstreut! Du hättest dabeisein sollen!! Es war spitze!!!“ Die anderen Hunde enthalten sich einer Aussage zu dem pikantenThema. Sie behaupten, sie waren nicht anwesend, haben nur geschlafen und nichts mitgekriegt und wissen von gar nichts. Tja.

Oder man macht sich ein paar Käsebrote (mit extra aus England importiertem Wensleydale Cranberry) und stellt sie auf den Tisch, um sich noch das Süppchen aus der Küche zu holen. Beim Zurückkommen sechs Sekunden später hat man noch Brote. Und drei winzige Krümel Käse und zwei zerquetschte Cranberries. Und eine völlig unschuldig dreinschauende Nora, die am Sessel sitzt, einen lieb anschaut und einem dann ein grösseres Stück Käse wieder zurück auf den Teller legt. Damit ich auch kosten kann, nicht wegen schlechtem Gewissen!!!

Sowieso stupst sie einen beim Essen immer sanft mit der Pfote an, damit man sie nicht vergisst. So auf die Art „Wir zwei. Wir machen alles gemeinsam, nicht wahr? Ich teile dein Essen und du kannst meines teilen, wann immer du willst“. Sie ist schon ein Schatz, die kleine selbstbewusste Nora!

 

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Was das Hüten betrifft, hatte ich neulich einen grossen Durchbruch mit Nora, auf den ich sehr stolz bin: Ich konnte sie nach ihrer Einheit alleine einfangen!!!! 🙂 Trotz Schleppleine war davor nämlich immer ein kleines Team von Fang-Helfern notwendig, um Noras Trainingseinheit zu beenden! Alternativ konnte ich auch mit Nora die Schafe in den Stall bringen und die Tür hinter ihnen zumachen. Dann war Nora auch zufrieden und liess sich einfangen. Auf offenem Feld alleine aber sicher nicht! Hier also das Video zu unserem Trainingsdurchbruch mit erfolgreichem Nora-Fangen am Ende!!

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Und so war der Aufbau bis dahin. Man sieht, die Kleine hat ihre eigenen Ideen, schaut aber absolut vielversprechend aus. Jedenfalls hält sie mich gut beschäftigt und beeindruckt jetzt schon durch ihre ausgeprägte Persönlichkeit.

und noch ein paar Wochen davor:

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