Cornwall und Wales 2015

Nachdem es 2015 keinen Lightspeed-Winterwurf gibt, nutzten wir die Gelegenheit, nach langer Zeit wieder nach England zu fahren und Julies Züchter Roy Goutté zu besuchen. Das letzte Mal war ich vor 10 Jahren dort gewesen, als ich die kleine Julie abgeholt habe. Roy wohnt in Cornwall und hat diesen Ausblick von seinem Haus:

DSC02278   An Schafen mangelt es nicht in Cornwall, sowie auch im Rest von England. Überall gibt es durch alte Hecken mit stabilen Toren begrenzte riesige Felder. Auf ca jedem dritten grast eine Herde von ein paar hundert Schafen, die anderen Felder rasten sich aus, bis die Herde wieder umgetrieben wird. Für die Border Collies war das natürlich die absolute Traumreise! Üüüüberall Schafe!!! Bei so vielen Schafen könnte man glauben, die Briten essen von morgens bis abends nichts anderes als Lamb und Mutton!! 😀 Roy hält auf seinem Hausfeld eine kleine Herde von ca. 20 Schafen, die er von seinem Schäferfreund Andy „ausborgt“, der 800 Cheviots in dieser wunderschönen Landschaft zu versorgen hat. Wenn ein Grüppchen von 20 Trainingsschafen genug von jungen Border Collies hat, die bei Roy trainieren, kommen sie zurück in die grosse Herde und er holt sich ein neues Grüppchen von 20. Andy bekommt immer 20 Schafe auf einer fremden Weide versorgt und seine jungen Hunde von Roy trainiert. Andy hat vier Border Collies, die „farmbred“ sind, also ohne Registrierung. Das ist bei Schäfern in GB ziemlich üblich, wenn sie die Hunde nur für die Arbeit brauchen und keinen Wert auf Trials legen. Meistens stammen die „farmbred sheepdogs“ aber direkt von ISDS-Hunden ab. DSC02283 DSC02286 DSC02296 DSC02305 DSC02310 DSC02312Meine Hunde, sowie die kleine Lightspeed Love Affair (Josie), die Hannes mitgenommen hatte, genossen die weitläufigen Felder, die vielen spritzigen Schafe und die herrliche Landschaft sehr! Besonders Josie konnte wertvolle Erfahrungen mit flüchtigen Schafen, grossen Herden und beeindruckenden Distanzen machen und machte einen grossen Entwicklungsschritt!   DSC02319   Roy Goutté ist nicht nur ein Border Collie Züchter und Pedigree-Kenner (ISN-Leser kennen ihn vielleicht noch von den Artikeln, in denen die Stammbäume von berühmten Border Collies durchleuchtet wurden), sondern auch ein lebenslanger Hobby-Experte für Steinkreise und neolithische Siedlungen, von denen es in England auch jede Menge gibt. Ganz in der Nähe von Launceston, wo Roy wohnt, erstreckt sich das beeindruckende Bodmin Moor, wo auf einer riesigen freien Landschaft neolithische Steinsiedlungen, Hügelgräber, Minen, Steinkreise und eine Festungsanlage zu finden sind. Die Steinkreise waren natürlich immer offensichtlich. Die Siedlungen und Gräber wurden bei Kupferminenarbeiten im 18. Jahrhundert entdeckt, und die Gräber natürlich ausgeraubt. Hier Guin vor dem Hurlers Circle. DSC02328 Viele Steine sind umgefallen, manche wurden im Laufe der Zeit wieder aufgestellt, in den 60-er-Jahren wurden einige sogar wieder in die angenommene ursprüngliche Position zurückzementiert. Der momentane Stand ist, dass man nichts an den Steinkreisen verändern darf. Man darf nicht einmal die Grasnarbe lüpfen, um umgefallene Steine freizulegen. Roy bekommt immer wieder Spezialgenehmigungen, um trotzdem nach bisher nicht kartographierten Steinen suchen. Alleine an dieser Stelle hier hat er 57 unbekannte Steine entdeckt und einen sogenannten Tri-Stone ausgegraben. Alle Steinkreise in Cornwall sind bekannt für einen charakteristischerweise immer vorkommenden dreieckigen Stein. Der Hurlers Circle schien ohne einen Dreiecksstein auszukommen…. bis Roy in fand und freilegen durfte. Er liegt jetzt freigelegt und wird möglicherweise in Zukunft wieder aufgestellt. Über den Sinn und Zweck der Steinkreise kann man aus heutiger Sicht nur spekulieren. Bei den Vermutungen kommt alles mögliche vor, von Sternen-Observatorien, zu einem Jenseitskult in Zusammenhang mit den Grabstellen über Kampf- oder Jagd-Arenen bis zu simplen Tiergehegen wurde schon alles mögliche vermutet. Heute ist Bodmin Moor eine Ausflugsziel für Touristen und die lokale Bevölkerung mit ihren Hunden, und Wohnort von riesigen Galloway-Herden, Ponyherden und natürlich freilaufenden Schafen. DSC02330   So zerklüftet wurde die Landschaft nach der Zeit der Kupfergrabungen hinterlassen. Bei der Gelegenheit wurden aus den Grabstätten die vermutlich vorhandenen Grabbeigaben mitgenommen. DSC02335 DSC02338 In einem der grössten Hügel entdeckte man ein königliches Grab mit einem goldenen, fein gearbeiteten Becher, der ins Museum einziehen durfte. DSC02353 Hier sind die Goldminen zu sehen, die schon in neolithischen Zeiten genutzt wurden. DSC02448 Der Herrscher, der hier begraben wurde, hat diese Aussicht in Richtung Osten, der als Auferstehungs-Himmelsrichtung gilt. Hier sieht man über Cornwall hinweg bis in die Nachbargrafschaft Devon. In der anderen Richtung kann man den Rest von Cornwall überblicken bis zur Küste und dem Meer. Für eine jungsteinzeitliche Grabanlage wurde hier sicher der spektakulärste Ort von Cornwall gefunden, der natürlich der höchste Punkt rundum ist. DSC02343 DSC02345 DSC02347 DSC02349 DSC02350 DSC02352  DSC02355 DSC02356 DSC02359 DSC02371 DSC02373 DSC02374 DSC02377     Wenn man weiter spaziert, kommt man zu diesen aufsehenserregenden Steinformationen. Zu Zeiten, in denen die momentanen Bedürfnisse der Bevölkerung noch weit vor der Erhaltung von historischen Monumenten rangierte, hat man den halben Hügel hier durch einen Steinbruch abgebaut, bevor die Steinbrucharbeiten abrubt gestoppt wurden, direkt bevor man die Cheesewrings abgegraben hätte, wie man die aufeinandergetürmten Felsen nennt, die auf dem Hügel balancieren. DSC02378 DSC02399 DSC02405 DSC02415 Die lokale Bevölkerung reist hier gerne mit Fotoapparat und Leiter an, um die als natürlich geltenden eindrucksvollen Steinformationen erklimmen zu können und ein spektakuläres Foto zu ernten! 🙂 DSC02441DSC02429 DSC02436 DSC02437  DSC02444   Hier oben wurde in der Jungsteinzeit diese Wallanlage rund um die Hügelkuppe gebaut. Man nimmt an, dass es sich hier um eine Verteidungsanlage handelt, von der aus angreifende feinliche Stämme mit Steinen beworfen und abgewehrt wurden! DSC02445 DSC02423 DSC02425   DSC02481 Hier sitzt Roy, unser Guide, im Chefsessel und erklärt uns die Sehenswürdigkeiten! Und hier Hannes mit Josie und den anderen Hunden. DSC02478DSC02492 Nach zehn Jahren wieder in der grossartigen Landschaft von Bodmin Moor herumschlendern war ein tolles Erlebnis. Die Hunde hatten viel Freiraum, um zu erkunden, und mein Hirn war beschäftigt, sich jungsteinzeitliche Stämme vorzustellen, die plötzlich nach dem Jäger- und Sammler-Dasein in der Alt- und Mittelsteinzeit aus irgendeinem Grund beschlossen, enorme Anlagen aus Stein zu bauen, riesige Steine quer durch England zu transportieren und nach Gold und Kupfer zu schürfen und es kunstvoll zu bearbeiten!! Danke Roy für Training, Moor-Führung und Reiseleitung!!! Zum Abschluss unserer kurzen Grossbritannienreise holten wir in Wales bei Paul Tomkins und Karin Haker die kleine Flair ab, eine Tochter von Sam, von dem sich sehenswerte Fotos machen lassen. Flair ist jetzt am Biohof Deml eingezogen, wo die kleine Lightspeed Lotus Leaf gelebt hat. Bei Paul Tomkins und Karin Haker konnte man auch wunderbar trainieren. Auch sie dürfen mehrere riesige und interessante Felder nutzen, auf denen meine Hunde schwierige Lookbacks trainieren konnten! Danke für die tollen Möglichkeiten! Wir haben es sehr genossen!! 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Es gibt auch schon ein kleines „Hütevideo“ von der kleinen Flair, weil sie so süss schon den Schafen nachschleicht, obwohl sie noch so winzig ist! 🙂 https://www.youtube.com/watch?v=sVNdRqg7pMU

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