Alpe di Colonno, ein malerisches Trial über dem Como-See

 

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Hier waren wir am ersten Juni-Wochenende:

Alpe di Colonno, malerisch mit Blick über den Como See gelegen. In alle Richtungen vom Gipfelkreuz aus konnte man sich am Anblick von blauen Bergrücken und waldigen Hängen laben!! Allein schon für das wunderbare Setting verdient das Alpe di Colonno Trial, von Riccardo Borroni organisiert, 10 von 10 möglichen Sternen! Für mich und meine Hunde war es ein Erlebnis und ein Geschenk, den anspruchsvollen Parcours in dieser herrlichen Landschaft probieren zu dürfen!! Selbst die kleine Leaf, die nicht starten konnte, weil es keine Klasse 1 gab, hat ihr Wochenende am Berg sehr genossen, begeistert und brav zugeschaut und es ansonsten ganz herrlich gefunden, ein ganzes Wochenende in der Bergwiese mit 3D-Actionkino zu erleben! 🙂

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Das glückliche Guinchen traf ihren verflossenen Lover Cruise wieder und die spontane Wiedersehensfreude der beiden war wirklich herzerwärmend! 🙂

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Hier mit der kleinen Lightspeed Mirabell, die auch nicht immer die Gelegenheit hat, beide Eltern gleichzeitig um sich zu haben! 🙂

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Das Trialfeld war wirklich sehr anspruchsvoll angelegt. Eine Hügelkuppe, die durch ihre Krümmung den Hunden oft die Sicht auf die Schafe nahm, und dazu berggängige sehr schnelle Kamerun/Skudden-Schafe, die jede Gelegenheit nutzten, um in Sicherheit zu stürmen und ausserdem blitzschnell um 180 Grad wenden konnten! Das Gesamtpaket war ein wirklich herausforderndes Trial, von dem meine Hunde (und ich) sehr viel lernen konnten!!

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Hier der Blick vom Startpfosten auf das Trialfeld. Der ganze Drive war am gegenüberliegenden Hügel gelegen, also ziemlich weit weg. Der Outrun war mit 375 Metern angegeben, also wird der Crossdrive bei 330 Metern Distanz gelegen sein. Da die Schafe am Waldrand „wohnten“ musste man also ziemlich nah an ihrer Heimat vorbeitreiben, was gute Nerven von Hund uns Handler verlangte, besonders wenn die Schafe ins Laufen gerieten. Gemeinerweise war es bei diesen schnellen Schafen und der Krümmung des Hügels nicht unbedingt ein Vorteil wenn der Hund die Flanken weiter aufmachte. Das Risiko war gross, dass dadurch die Schafe freie Bahn zu laufen hatten und ausserdem der Hund sie nicht mehr über die Hügelkuppenkrümmung sehen konnte!!

Der Outrun war zu beiden Seiten eine schwierige Angelegenheit, die von den Hunden einen klaren Kopf und gute Navigationseigenschaften erforderte! Zunächst einmal mussten sie entweder links um den Holzstapel oder rechts um die beiden Teiche einfädeln. Danach sahen sie auf alle Fälle ihre Schafe nicht mehr, durften aber natürlich nicht hineinschneiden (wozu die beiden Seen verleiteten) oder einfach der Strasse folgen (was links eine Gefahr war), sondern mussten unabhängig vom Gelände und von der Sichtbarkeit der Schafe einen guten Bogen um den Hügel finden.

Meine Hunde brauchten am ersten Tag alle etliche Zusatzkommandos, um hinaufzufinden. Julie war noch die beste Finderin, lief aber rechts zu weit hoch, verschwand ausser Sicht und tauchte dann auf ca. 10h ohne Sichtkontakt zu den Schafen wieder auf und bat um Anleitungen!

Guin kreuzte zwischen den beiden Seen herein, verlor den Überblick und konnte sich aber dann durch pures Vertrauen zu mir doch dazu entscheiden den Hügel hinaufzulaufen! 🙂 Flyte lief links auf einer guten Bahn, stoppte dann aber mitten am Hügel, weil er keine Schafe sah. Jedenfalls für alle drei Hunde ein grossartiges Vertrauenstraining. Alle drei liessen sich auch super lenken und blind hinaufdirigieren! Dafür bin ich ihnen wirklich dankbar!

Julie, Flyte und Guin meisterten den Drive mit ziemlich schnellen Schafen alle recht gut- allerdings brauchte ich zwei Läufe, um die nächste Falle zu erkennen! Wenn man es nämlich bis zum Ende des Drives nicht geschafft hatte, dass der Hund in der Nähe der Schafe arbeiten durfte, bekam man beim Durchgang zum End-Teil des Trials ein Problem.

Nach dem zweiten Treibtor durfte man nämlich seine Position am Hügel verlassen und die felsige Rinne hinunterlaufen bis zum „Chute“, einer Art Malteserkreuz ohne Kreuz, also nur zwei parallele Gitter, zwischen die die Schafe freihändig eingefädelt werden mussten. Der Übergang, den ich eigentlich nicht für eine besonders gefährliche Stelle gehalten hatte, wurde mir aber mit Guin und Julie zum Verhängnis, da beide am Drive relativ weit weg von den Schafen gearbeitet hatten und deshalb die Flanke zum Stoppen vor dem Chute um den Holzstapel (Guin) beziehungsweise um den Teich (Julie) ansetzten. Die schlauen Schnucken/Kameruns nutzen diesen Moment des kurzen  Unbeobachtetseins um blitzschnell in die andere Richtung umzudrehen und davonzurennen! Guin sah keine Schafe mehr, als sie hinter dem Stapel hervorkam, und sie waren bereits so weit weg, dass es sinnlos gewesen wäre, sie nachzuschicken. Julie konnte sie noch zurückholen, aber wir zogen uns dann zum Abräum-Pferch zurück. Mit Flyte als meinem dritten gestarteten Hund passte ich bereits besser auf, musste aber am Chute kapitulieren, da die flinken Tiere von mir einfach nicht in den Gang zu manövrieren waren.

Border Collies sind aber absolut wunderbar lernfähige Geschöpfe. Am Sonntag hatten alle drei Hunde den Outrun gelernt! Julie fand ihn ohne Zusatzkommando perfekt und kam genau richtig an. Flyte und Guin gab ich zur Sicherheit (rechts laufend) vor jedem See ein weiteres Rechts-Kommando, das sie aber beide gut annahmen und zu einem sehr schönen Outrun vervollständigten.

Julie hatte gelernt, dass sie extra vorsichtig, wie mit rohen Eiern mit den flinken Tierchen umgehen musste, wenn sie sich bei 30 Grad Hitze nicht völlig verausgaben wollte. Sie führte ihre Gruppe also langsam und stresslos auf einer sehr guten Linie- mir kam sogar vor, sie kippte sie selber ganz eng und sauber um die Tore! :)))

Den Chute konnte ich allerdings noch immer nicht, aber ich bin sehr, sehr zufrieden mit meiner neuneinhalbjährigen Julie-Oma und ihrer Kondition und Intelligenz! 🙂

Das kleine Guinchen war an der grossen Aufgabe enorm gewachsen und war am Sonntag gar nicht mehr unsicher. Sie hatte ein Paket Schafe mit einer schwarzen Mutter und ihrem kleinen Lamm und einer weissen Skudde mit grossen Hörnern, die einander gar nicht leiden konnten und immer versuchten, so schnell wie möglich wieder mindestens 20 meter Distanz zueinander zu gewinnen! So musste das tapfere Guinchen die ganze Strecke eigentlich dreimal laufen, denn sie musste entweder Mutter und Kind auf der einen Seite oder die Skudde auf der anderen Seite wieder auf die Linie holen, während die jeweils andere Hälfte der widerwilligen Reisegemeinschaft währenddessen wieder das Weite suchte! Den ganzen langen Drive bewältigte das brave Guinchen unbeirrt auf diese Art und Weise! Da ich den Chute noch immer nicht konnte, war ich dem Guinchen zuliebe recht froh, dass dort ziemlich bald unsere Zeit zu Ende war.

Mein Flyte war am Sonntag noch braver als am Samstag.

Da er recht zügig das Feld abarbeitete, hatte ich geschätzte 17 Versuche am leidigen Chute, der am Ende der Rinne lag die auf den Bildern unten zu sehen ist. Das Gelände war entsprechend uneben! Ich weiss nicht wie die Italiener es zusammenbrachten, hier sicher und ohne zu wackeln zu stehen und dabei dem Hund noch eine Hilfe zu sein, aber ich jedenfalls stolperte und wackelte immer in den entscheidenden Momenten, und meine Schafe erschraken vor der plötzlichen Bewegung wieder zu Tode und traten die Flucht an! Mein braver Flyte holte sie wieder und wieder (bei wie gesagt 30 Grad Hitze), bis wir mirakulöserweise beim 18.ten Mal zufällig doch durch den Chute trafen!!! Am Pferch gab es nur einen Fehlversuch!! 😉 Und somit an diesem Wochenende immerhin einen beendeten Parcours!

Das klingt vielleicht nach eher viel Misserfolg, aber für mich war es ein ganz tolles Wochenende mit anspruchsvollster Trainingsgelegenheit auf einem tollen Feld!!

Die Italiener haben tolle Teams und einen hohen Trialstandard, und es war ein Vergnügen ihnen beim Arbeiten zuzusehen, auch wenn die Schafe an diesem Wochenende ziemlich viele Punkte für sich verbuchen konnten und viele sehr gute Hunde austricksten!!

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M-Papa Cruise wurde am Samstag Dritter von 40 gestarteten Hunden. Am Sonntag liefen ihm leider die Schafe beim ersten Treibtor davon. Nachdem er aber so konstante Leistungen in den anderen Qualifikationstrials hat, ist er trotzdem mit dabei im Italienischen Continental-Team 2014. Im World Trial Team ist er ebenso. Wolfgangs Darla erwartet von Cruise diese Woche ihren Wurf! Wir sind sehr gespannt!

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Hier habe ich drei Bilder von meiner tapferen Julie am Samstag bekommen. Ich hoffe, sie kann noch lange ihrem liebsten Hobby nachgehen und so tolle Trials laufen.

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Jedenfalls haben alle Hunde heute zur Belohnung einen All-You-Can-Eat-Tag mit Pansen, Kutteln, Rinderknochen und Gemüsebrei in grossen Bottichen zur freien Verfügung bekommen. Die grösste Belohnung war ihnen zwar das schöne Wochenende selbst, aber auch über diese Belohnung haben sie sich sehr gefreut!! 🙂

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