Mühlviertler Nebelmeisterschaft

Oktober im Mühlviertel: In Freistadt hängt die Nebelsuppe tief und dick im Tal! Das war am Samstag, als ich am Mühlvierteltrial in Hirschbach am späten Nachmittag angekommen bin. Über der Nebelsuppe  konnte man in herbstlichem Sonnenschein herrlich sheepdog triallen! Das Feld war wieder einmal gross und schwierig. Hier breitet es  sich hinter Wolfgang und Glen aus:

Wenn man vom rechten Teil den Fetchgates nach oben schaut, sieht man schon die nächste Gruppe Schafe für den nächsten Teilnehmer bereitstehen. Man sieht also, dass schon der Outrun eine Herausforderung war. Rechts musste der Hund dem Wald entlang laufen, ohne die Schafe zu sehen. Machte er dann wieder auf, konnte er sehr gut hinter den Schafen landen. Es war aber für viele Hunde naheliegend, der Waldrandlinie einfach zu folgen, und dann hatten sie sehr flott auch schon gekreuzt, bevor man sie durch Kommandos wieder hinausschicken konnte. Kommt der Hund beim Outrun über die gedachte Mittellinie sind bekanntlich von den 20 Outrun Punkten 19 dahin, egal wie der Hund oben wieder ankommt!

Links hinauslaufend konnte der Hund sehr, sehr weit aufmachen, da sich das Feld  nach links weitläufig  öffnet. Hunde, die es in die Weite zieht, konnten hier ganz leicht verloren gehen und nur mit viel Zeit- und Energieverlust bei den Schafen landen.

Der Drive war lang, wie es sich für einen Outrun von 480 Metern auch gehört. Und zu shedden waren die Mühlviertler Schafe auch durchwegs schwierig. Es war also ein anspruchsvolles grosses Trial, das sich auch schon im Ausland als ernstzunehmendes Event herumgesprochen hatte. Ausser unseren Österreichischen Continental-Anwärtern (für uns war es ja die erste Qualifikationsrunde für das Continental 2013) waren auch Starter aus Tschechien, Polen, Deutschland und Italien angereist. 37 Teams waren am Start. Bei so vielen Startern geht das Trial natürlich über den ganzen Tag. Beim vorletzen Starter, Kerstin mit Eros, sank die Sonne hinter die Hügel und plötzlich war es zu dunkel, um noch Schafe zu sehen. Der Richter, Ned O’Keefe aus Irland, brach mitten im Lauf ab. Eros und meine Julie, die die Nummer 37 hatte, sollten ihre Samstags-Läufe am Sonntag ganz in der Früh nachholen.

Am Sonntag am Morgen sah es am Trialfeld dann so aus:

 

Und so blieb es bis Mittag. Dann riss es kurz auf, und Eros konnte seinen Lauf absolvieren. Bevor Julie drankommen konnte, waren wieder die Tore im Nebel verschwunden.

 

 

Arme Julie! Schon am Samstag Abend hatte sie sich auf ihren Start gefreut, aus dem nichts geworden war. Und dann wartete sie den ganzen Sonntag vormittag darauf, endlich ein Schaf im Nebel zu entdecken!!! So glücklich war sie in der Früh ausgestiegen und am Trialfeldrand herumgehüpft. Dann wurden daraus Stunden geduldigen Wartens und Spähens!! Inzwischen war abzusehen, dass es keine Zweitages-Wertung würde geben können. Wenn Julie nicht starten konnte, wäre sogar das ganze Samstags-Trial ungültig.

Die Ausländer gaben langsam auf und reisten ab. Marker für einen verkleinerten Notparcours für eine Österreichische Sonntagswertung wurden aufgebaut.

Kurz riss der Nebel wieder auf und Julie durfte laufen. Sie lief rechts, machte hinter dem Wald wieder gut auf, aber die Schafe waren in Laufstimmung, und wir konnten leider nur ein Tor treffen. Nachdem der Richter unseren Shed nicht schön genug fand, schafften wir keinen zweiten mehr, und damit war die Samstagswertung zwar gerettet, aber unsere Punkte nicht allzu hoch. 16.ter Platz für Julie, 13.ter für Flyte (mit dem ich auch meinen Shed wiederholen musste)

Auf dem verkleinerten Parcours wurden dann ein paar Läufe absolviert, aber dann kam der Nebel wieder zurück und das Trial wurde offiziell als beendet erklärt!

Der irische Richter war wirklich sehr nett und umgänglich. Aber ein kleines Deja.Vu gab es schon: Schon während des Trials hatte er uns nette und gutgemeinte Tips gegeben, wie wir besser und eleganter shedden sollten. Keine Frage, unsere österreichische Shed-Methode besteht zu essentiellen Teilen aus Hüpfen und Springen und Stockwacheln, denn unsere Schafe mögen Menschen und drehen sich auf den Handler zu, wenn ein Hund hinter sie läuft. Wenn man sie also nicht aktiv daran hindert, sich vertrauensvoll an die Menschenknie zu lehnen, hat der Hund keinerlei  Chance, sie zu trennen. Mutigerweise wollte der Richter den Nachmittag im Nebel nach Abbruch des Trials dazu nutzen, uns zu zeigen, wie man auf seine britische Art shedden sollte. Das war wirklich mutig von ihm und muss ihm als Versuch hoch angerechnet werden. Denn 20 Minuten später kam er etwas geknickt wieder aus dem Nebel. Keine einzige Lücke war ihm gelungen, ganz zu schweigen von einem Shed!!! 🙂 Na, er ist nicht der erste Richter, dem das mit unseren Schafen passiert!!! Toll, dass er es probiert hat! Sportlicherweise hat er gesagt, er würde uns am liebsten alle verlorenen Sheddingpunkte wieder zurückgeben!! Na das ging natürlich nicht mehr, aber immerhin gibt es wieder einen Richter mehr, der versteht, warum wir so lustig shedden wie wir es tun!!!

Nachdem der Samstag gewertet werden konnte, gab es natürlich eine Preisverleihung im Nebel: Wolfgang konnte mit Darla, die in den letzten beiden Jahren jeweils Zweite bei der Mühlviertelmeisterschaft geworden war, diesmal den Wanderpokal, das Schild, mitnehmen und mit Glen den dritten Platz holen. Günther lief mit seinem Brad sehr gut und kam auf den tollen zweiten Platz. Zum vierten Platz gratuliere ich Kerstins kleiner Beat, die dieses grosse und schwere Trial ganz ausgezeichnet meisterte!!

 

 

Gratulation alle die erfolgreichen Teams und die Organistatoren dieses tollen Trials. Für das Wetter kann ja bekanntlich niemand etwas. Der verunglückte Sonntag wurde auch von allen Teilnehmern mit grosser Sportlichkeit akzeptiert.

 

Hier hätten wir die Herrschaften Schafe und den Hauptdarsteller, den Nebel:

Die kleine Freni war auch mit Dani am Start, und die beiden kämpften sich tapfer über den riesigen Kurs!! Gratulation!!

 

Hier wartet Michele Ponzano mit seinem Spot, dem Vater von Gary, Vater des Lightspeed K-Wurfs. Michele hatte meiner Julie ihren Preis für den ersten Platz in Santa Giustina mitgebracht, ein schönes Holzschild mit Gravur.

 

 

 

Spot konnte seine Enkeltochter Kass kennenlernen, Wolfgangs freche kleine Laus, die kecke und selbstbewusste Darlatochter:

 

Beim Warten die Show gestohlen hat aber dieses kleine süsse Fluffi: Sabine Kegelmanns super-süsser Nicht-Border Eddie!!! :))

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: