„Il Signore degli Agnelli“/Trial in Santa Giustina

Gerade wo es jetzt in Österreich unerbittlich Herbst zu werden beginnt, gönnten wir uns ein wunderschönes mildes und sonniges Trialwochenende in Norditalien!

In Santa Giustina, in der malerischen Umgebung des Skigebiets Cortina d’Ampezzo in Venetien lagen die herrlichen weitläufigen Trialfelder vor dem bergigen Panorama. Hier kann man wirklich grosse Trials veranstalten. Man munkelt, dass die Italiener hier in das nächste in ihrem Land geplante Continental abhalten wollen. Schafe gab es jedenfalls genügend, sodass die 250 Tiere auf zwei Parcours gleichzeitig zur Verfügung stehen konnten. Ge-trialt wurde nämlich auf zwei Feldern parallel- auf dem ganz grossen Feld fand ganztägig die  offene Klasse statt, bei der 49 Hunde am Start waren. Klasse 1 und 2 gab es am „Dreiecksfeld“ (auf dem Bild ist das das Feld mit dem weissen Richterzelt).

Die italienische Sheepdog-Szene hat sich in den letzten Jahren wirklich spektakulär entwickelt! So viele gute Hunde und Handler sind hier nachgewachsen! Hier ist eine wirklich starke Trialnation entstanden! Nicht umsonst kamen dieses Jahr sensationelle 4 italienische Hunde ins Finale beim Continental (der Hütehunde-Europameisterschaft).

Von nichts kommt bekanntlich nichts. Die Italiener haben sich diesen Erfolg hart erarbeitet. Viele von ihnen verbringen ihren Sommer in Grossbritannien, um ihre Trialskills im Heimatland dieses Sports weiterzuentwickeln. Wales entwickelt zur Zeit einen geradezu neuen Tourismus-Zweig, nämlich den internationalen Trial-Tourismus! Vor den Italienern hatten nämlich bereits die Holländer, die Skandinavier und die Deutschen dieses Trialparadies entdeckt! Also ich finde das doch ein wunderschönes Urlaubsthema: Trialurlaub in die schönsten Gegenden der Welt, denn wo man schöne Trials veranstalten kann, gibt es immer eine herrliche Aussicht, Freiheit und hohen Erholungswert. Dabei noch Teamwork mit Schaf und Hund erarbeiten und die uralte Lebensform der Schäferei mit vierbeinigen Helfern weiterzutragen…. gibt es etwas Schöneres??

Der Richter für die offene Klasse in Santa Giustina war auch dieses Wochenende ein typischer gutgelaunter, dabei bescheidener und humorvoller Waliser.

Die „kleinen“ Klassen richtete einer von Italiens Top-Handlern, Luca Fini, der mit seinen Hunden seit Jahren schon eine internationale Grösse im Trialsport ist.

Von uns Österreichern war Wolfgang mit Darla und Glen am Start, Magdalena mit Dee und Meggan, ich mit Julie und Flyte in der offenen Klasse, Guin in der Klasse 2 und Calvin in Kl.1,, Daniela mit der ursprünglich aus Italien stammenden Freni, sowie Karin mit Hilux in Kl.2 und Vicko in Klasse 1. In lockerer und freundschaftlicher Stimmung unter den lustigen Italienern war es leicht, sich auf diesem Trial wohlzufühlen. Das Wetter war herrlich, sogar zwischendurch am frühen Nachmittag fast zu heiss für die Hunde. Für uns aber eine gute Gelegenheit, vor dem Winter noch einmal Sonne und Energie zu tanken!

Mit unseren Hunden, die sich ebenfalls sehr wohlgefühlt haben auf dem freien und weitläufigen Gelände, wo sie jede Menge Gelegenheit zum freien Spiel und zur Entspannung hatten, können wir sehr zufrieden sein. Alle haben sich sehr bemüht, die Schafe über den Parcours zu lenken!

Karin konnte dieses Mal die Tore von der richtigen Seite manövrieren (den Parcours hatte sie sich diesmal auf den Handrücken gezeichnet- es scheint geholfen zu haben), Vicko hat seinen schönsten Trial-Outrun und -Lift gemacht, Calvin hat sich sehr angestrengt, seine Seiten nicht zu verwechslen und Freni hat mit viel Geduld und Konzentration auf Danielas Pfeifkommandos gelauscht. Es hilft ja nichts, durch die Anfänge des Pfeifenlernens muss man mit seinem Hund einfach durch. Das dauert ein paar Monate, und dann hat man plötzlich eine ganz neue und viel bessere Kommunikationsebene!! :))

Am ersten Tag war für uns Menschen die Feinfühligkeit der Schafe gegenüber Personen ein wenig ungewohnt. Denn bei den Übungen in der Nähe regierten die Schafe auf jede ein wenig unbedachte Bewegung des Hundeführers genauso empfindlich wie auf die der Hunde! Am zweiten Tag waren wir schon weiser und bewegten und ganz vorsichtig, um nicht wieder selbstproduzierte Runden um den Pferch und um den Trichter zu verschulden!! 🙂

Die Schafe waren also genau richtig für Trials. Sie wollten mit Respekt behandelt werden, beruhigten sich aber auch, wenn der Druck weggenommen wurde!

An die Organisatoren dieses grossen Events, das für die Italiener eine Continental-Qualifikation war,  muss man ein ganz grosses Lob aussprechen. Mit guter Vorplanung aber auch gutgelaunter Flexibilität beim Zurechtschieben der Startreihenfolge, waren Adriano und Maria am Weg. So konnten die „kleinen“ Klassen am Sonntag schon eine Stunde früher, um 13h starten, und wir Österreicher ganz am Anfang dieser Klassen, sodass wir nach Mitternacht wieder zu hause sein konnten. Sowieso hatten sie in der Planung bereits berücksichtigt, diejenigen Starter, die auch am kleinen Feld gemeldet waren sowie Richter Luca Fini, in der Offenen Klasse am Vormittag dranzunehmen, damit man nicht auf beiden Feldern gleichzeitig zugegen sein musste! Auch die frühzeitige Herausgabe der Richterblätter stellte kein Problem dar. Ein wunderbares Trialwochende jedenfalls, über das es nur Positives zu berichten gibt.

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Besonders stolz bin ich natürlich, dass meiner kleinen Julie wieder einmal nach recht viel Trialpech in der letzten Saison ein sehr schöner Lauf gelang, mit dem sie am Sonntag die offene Klasse gewinnen konnte! Nachd dem riesigen Feld und dem 400 Meter Outrun und weitläufigen Drive am Samstag war sie scheinbar am Sonntag in genau der richtigen entspannt-gelassenen Stimmung, um ihre Schafe in perfekt-entspanntem sTempo sehr ladylike über den Parcours zu geleiten. Ihre Tochter Darla wurde Vierte, natürlich auch mit einem tollen Lauf!

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