Rebenlandtrial 2012 und Continental-Quali-Endstand

Das  Rebenlandtrial 2012 wurde auch dieses Jahr wieder ein wunderschönes Wochenende in grossartiger Landschaft. Vor dieser herrlichen Kulisse mit Ausblick über die halbe Steiermark lag das Trialfeld in die Berglandschaft geschmiegt da und wartete mit vielen geländebedingten Schwierigkeiten auf, die das Trial anspruchsvoll aber auch sehr spannend zu beobachten machten!

Das interessante bergige Gelände wurde wieder von Familie Krampl zur Verfügung gestellt, in deren Mostschenke auch viele der Starter übernachten und speisen konnten. Für diejenigen, die dort ein Zimmer bekommen hatten, war es ein ungewohnter Luxus, direkt vom Trialfeld schnell aufs Zimmer gehen zu können, um den nächsten Hund zu holen oder sich schnell von den hochsommerlichen Temperaturen zu erholgen!

Die Richtung des Trialfeldes war dieses Jahr die entgegengesetzte als letztes Jahr. Aber egal in welche Richtung man auf diesem naturbelassenen Gelände das Trial auslegt, trifft man hier immer auf Komplikationen, die vom Hund ein realitätsgetreues Mitdenken und sehr gute Lenkbarkeit erfordern. Wie auch letztes Jahr kamen Hund und Schafe hier in Situationen, wo sie vom Handler nicht mehr eingesehen werden konnten. Hier half nur Vertrauen in einen sicheren Instinkt und gute Nerven des Hundes bis zum Wiederauftauchen der Schafe. Unsere wolligen Freunde waren auch dieses Mal wieder die ehrlichen und ausgezeichnet differenzierenden Krainer Steinschafe von Nicci Strieder. Sie liefen durchwegs hervorragend, wenn sie auch eventuelle Schwächen des Hundes erbarmungslos auszunutzen wussten. 🙂

Um uns noch über die Ansprüche des Berghanges und der Schafe hinaus ein wenig mehr zu fordern, stellte uns der sehr erfahrene und an der Schweizer Bergpraxis orientierte Richter Ruedi Roth einen recht ungewöhnlichen Parcours: Für Kl.3 gab es nicht zwei sondern gleich drei zu treffende Treibtore, hinter denen die Schafe jeweils zurück, also in Richtung des Outrunpfosten zu turnen waren, anstatt, wie üblich in Richtung Handler. Das gestaltete sich  besonders schwierig, weil die wieselflinken Krainer Steinschafe immer dann besonders gute Gelegenheit hatten, in Richtung Heimat davonzudüsen, wenn der Hund sie auf dem grossen äusseren Dreiviertelkreis überholen musste, statt auf dem sonst üblichen kurzen Viertelbogen. Ohnehin zogen sie  auch schon am Weg zum ersten und zweiten Treibtor, die schräg versetzt hintereinander lagen, deutlich in Richtung Heimat, genauso wie sie es auch schon auf auf der Crossdrive-Strecke für Klasse 2 probiert hatten.

Treibt man in den Zug hinein, also genau in die Richtung, in die die Schafe gerne weglaufen wollen, versucht man normalerweise, seinen Hund seitlich versetzt verhaltend am Point of Balance mitgehen zu lassen, damit die Schafe merken, dass eine Flucht unmöglich wäre, weil der Hund bereit ist, sie jederzeit einzuholen. Das war aber am ersten Treibschenkel in Kl.3 zusätzlich deutlich erschwert dadurch, dass ein rampenförmiger Hügel mit steilen Seitenwänden sich direkt links neben der Treibstrecke aus der Landschaft hob, sodass man den Hund nicht so manövrieren konnte wie man es sonst getan hätte, ohne dass der Hund den Kontakt zu den Schafen verloren hätte. Kontakt zu den Schafen musste man aber bei diesem Trial unbedingt immer haben, denn wenn dieser abriss, liefen die Krainer Steinschafe einfach in eine Richtung ihrer Wahl davon. Wenn man Pech hatte, kamen die Schafe dadurch von der Linie ab und verschwanden strax hinter dem Hügel oder in einer der vielen vom Startpfosten aus für den Handler nicht einsehbaren Mulden und Tälern des Geländers. So navigierte man dann mit etwas weichen Knien im Blinden, bis man Hund und Schafe an einer hoffentlich nicht allzu ungünstigen Stelle wieder auftauchen sah!! 🙂 Das alles machte es also wirklich sehr spannend, sowohl selber am Start, als auch beim Zusehen!!

Durch die Lage des Hanges war übrigens bereits der Outrun eine Herausforderung, denn rechts ausgelaufend sah der Hund die Schafe bis zum Fetch überhaupt nicht mehr und musste sich vom Handler dirigieren lassen. Links dafür führte ein normal weites Hinausschlagen auf den typischen Border Collie Outrun nicht zu den Schafen sondern direkt in den tiefen Wald, wie es etwa meiner gerne weit laufenden Julie passierte, die dann von mir ungesehen im Wald bis zum Let Out Pen lief und dann zum Glück irgendwann den Weg aufs Feld zurück fand. Der für dieses Feld optimale Outrun war ein deutlich flacherer zur linken Hand gestarteter, der vor den Schafen wieder birnenförmig (am besten vom Hund selbständig) zu öffnen gewesen wäre. Richter Ruedi Roth findet solche Outruns gerade in Berg- und Alpenregionen sehr wichtig, da es in solchen Gegenden der Sicherheit des Hundes dienen kann, wenn er nicht automatisch so weit wie möglich nach links oder rechts öffnet.

Nicht zuletzt waren am Ende dieses fordernden Kurses die Hunde ziemlich viel auf grossen Bögen bergauf und bergab gelaufen. So hatten manche im Shedding Ring nicht mehr die Kraft, die Schafe zu halten oder gar zu trennen, besonders da wir an diesem Wochenende mit sommerlichsten Temperaturen beschenkt wurden. Gratulation jedenfalls an alle, die dieses Trial gut gemeistert haben!

Aufgrund der günstigen Grenzlage waren übrigens auch sehr viele italienische Teams am Start. In der Königsdisziplin, der Klasse 3 gewann der Trial-Vollprofi Luca Fini mit seinem immer verlässlichen Dan, gefolgt von Wolfgang mit seiner Darla. Am siebenten Platz rangierte Wolfgangs Glen, und am achten Platz folgte mein Flyte, (trotz für mein Empfinden deutlich zu  lautes Handling meinerseits 😉 . Julie schaffte es am Sonntag nicht, zu shedden und zu pennen und landete insgesamt in der Mitte des Feldes von 28 Startern, auf dem 15.Platz.

In Klasse 2 arbeitete das kleine Guinchen zu meiner vollen Zufriedenheit: sauber, sicher, souverän (und auf gehorsam auch bei leisen Kommandos!!!). So schaffte sie es auf diesem schwierigen Parcours auf den ersten Platz! Hier ein Foto der drei Ersten in den drei Leistungsklassen. Erste in Kl.1 wurde Barbara Weinrauch mit ihrer Nan. Auch schon in Klasse 1 hatten die Hunde übrigens mit dem hügeligen Gelände zu kämpfen und man musste sich verlassen können, dass sie auch kurzfristig uneingesehen vom Handler ihren Outrun korrekt beenden würden. Im zweiten Lauf der Klasse 1 war es dem Richter wichtig zu sehen, wie die Hunde ohne Kommandos nachtreiben können- dafür wurde auch eigens eine Slalomstrecke eingebaut, die möglichst ohne Kommandos zu bewältigen war.

Mit diesem Trial ist dann auch die österreichische Continental-Qualifikation beendet, also die Auslese für das Team, das Österreich bei der diesjährigen Europameisterschaft in den Niederlanden vertreten wird. Wir sind besonders stolz, dass drei Lightspeeds sich für dieses Team qualifiziert haben: Wolfgang als Team Captain mit Lightspeed Darjeeling, sowie mit Lightspeed Glenfiddich. Auch mein Lightspeed Fire Flyte hat es in das Team geschafft! Da heisst allerdings für uns viel Sommertraining, denn mit einer Continental-Teilnahme hatte ich für dieses Jahr mit Flyte, dem Frischling in Kl.3 wirklich noch nicht gerechnet! 🙂 Die Mama aller drei Hunde, Lady Julie ist als Reserve-Hund nominiert.

Die restlichen Team-Plätze gehen an

Kathrin Gleis mit Aimee,

Caroline Pilz mit Sky

Kerstin Reichmann mit Pace,

Hubert Mittmannsgruber mit Annie

und Angela Gaigg mit Xela

Wir gratulieren allen Team-Startern ganz herzlich zu ihren tollen Leistungen!!

Und hier zum besseren Vorstellen Flyte beim Abarbeiten des Parcours:


Die Schafe haben gerade das Fetch Gate passiert

Zwischen dem ersten Drive Gate (ident mit dem Fetch Gate, aber in die andere Richtung zu nehmen) und dem zweiten Drive Gate, schräg rechts dahinter. Danach folgte ein Turn nach hinten um das linke der beiden Tore herum und in schräger Linie quer über den Berg hinauf zum dritten Fetch Gate.

Hinter welchem wieder nach hinten, im Uhrzeigersinn, zu turnen war.

Auch der Shed war gar nicht einfach, denn die schnellen Schafe sahen gerne die Intention des Hundes voraus und liefen trotz Lücke schnell wieder zusammen, bevor der Shed komplett war.

 Ende gut, alles gut: Die Pferchtür ist geschlossen!!

Die kleinen Welplinge waren natürlich auch mit in den südsteirischen Bergen, und es hat ihnen auch gut gefallen. Natürlich wurden sie gut behütet von der ganzen Hundefamilie, samt Mama, Oma, Tante und Onkel. Da durften nur die zukünftigen Besitzer nah genug zum Streicheln und Angreifen heran. Unten Wolfgang mit seiner kleinen Mini-Darla Kass und Dominik mit seinem kleinen Keltic.

Wer eine Idee vom Parcours bekommen möchte, kann sich hier die Sonntags-Läufe von Glen und Flyte ansehen:

Glen: http://www.youtube.com/watch?v=_557hfM8r-U&list=UUgyFViE5Va0Ahz8L5Cn7vAQ&index=2&feature=plcp

Flyte: http://www.youtube.com/watch?v=tWl2QtVxPsc&list=UUgyFViE5Va0Ahz8L5Cn7vAQ&index=1&feature=plcp

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