World Dog Show Salzburg 2012

So. Die World Dog Show in Salzburg liegt hinter uns. 12.000 Aussteller mit 19.000 Hunden waren dort zusammengekommen. Salzburgs Autobahnen waren in alle Richtungen verstopft mit hundegefüllten Autos aus der ganzen Welt. Laut Katalog war das Land mit den meisten gemeldeten Hunden Deutschland mit 2631, gefolgt von Italien mit 2517, dann aber bereits -unglaublicherweise- die Russische Föderation, wo mit 2286 ausgestellten Hunden die Rassehundezucht einen unheimlichen Boom zu erleben scheint! Aus diesem Land waren tatsächlich doppelt soviele Hunde gemeldet wie aus Österreich (1170) oder unserem direkten Nachbarland Tschechien (1374) Die Russen hatten auch ein sehr kompetitives Team samt einem beachtlichen drittem Final-Platz in der Obedience-Weltmeisterschaft, sowie ein sehr gutes Team bei der Dog Dance-Weltmeisterschaft, die ebenfalls am Ausstellungsgelände stattfand!

Das internationale Interesse dehnte sich aber auch in entfernteste Regionen aus:  je ein Aussteller kam aus Aserbaidschan, China, Island, Kasachstan und der Südafrikanischen Union, und immerhin je zwei Hunde aus Australien und Chile! Alle Achtung, wieviel Aufwand und Mühe sich die Hundeliebhaber antun, um ihre Lieblinge international präsentieren zu können.

Dabei kann ich nur hoffen, dass es den meisten Ausstellern dabei auch wirklich um Tier- und Hundeliebe gegangen ist und nicht hauptsächlich um menschliche Eitelkeiten, zu Ungunsten der Hunde. Am heissen Sonntag musste die Feuerwehr mehrere Autos aufbrechen, in denen eingesperrten Hunde schmachteten, während ihre Besitzer im Ausstellungsring auf Erfolge hofften. Für zumindest einen belgischen Hund kam die Hilfe zu spät und er starb qualvoll im kochendheissen Auto. Der Besitzer soll erst eineinhalb Stunden später zu seinem Hund zurückgekommen sein. Mir ist es unbegreiflich, wie man so weit für seine Hunde fahren kann und so viel Aufwand auf sich zu nehmen bereit ist, um dann gleichzeitig so wenig an das Wohlergehen seiner Hunde zu denken, dass einem das passieren kann. Jedem Hundeanfänger wird doch von seinem Züchter jeden Sommer neu eingeschärft, wie vorsichtig man bei sommerlichen Temperaturen mit dem Alleinlassen von Hunden in Autos sein muss!!! Schrecklich traurig, dass unter Profis ein solcher Unfall passieren muss! Von einem qualvoll im Auto verstorbenen Hund berichteten die Medien, Insider-Quellen erzählen allerdings, dass ganze drei Hunde tot abtransportiert worden seien. Ob einer, ob drei, so etwas dürfte wirklich nicht passieren. Über alle Lautsprecheranlagen in der Halle wurden den ganzen Tag doch Autonummern durchgesagt, deren Besitzer bitte schleunigst ihre Hunde aus dem Auto-Backrohr entfernen sollten! 😦

In den vielen, vielen Hallen auf der Salzburger Messe war es jedenfalls ziemlich gut temperiert, und trotz der extrem weitläufigen Anlage natürlich gestopft voll mit Hunden, Ausstellern und Verkaufsständen.

Bei den Border Collies sah es so aus:

Hundertsechzig Border Collies aus aller Welt waren gemeldet, und man muss ja neidlos sagen, dass inzwischen der Showtyp beeindruckend gut durchgezüchtet ist. Hier hat fast jeder Hund schon dieselbe Form und Silhouette, abgesehen vom dichten Haarkleid, den Teddybärköpfchen, Knopfaugen, Kippöhrchen, und selbstverständlich der perfekten breiten weissen Halskrause. Natürlich muss ein Border Collie im Show-Ring schwarz-weiss (ausnahmsweise auch australian red) sein. Andere Farben haben nicht viel zu melden.

Zum BOB bei den Border Collies kann man dem italienischen Rüden „Jumpingriver“ gratulieren:

Von den 160 Border Collies auf der WDS standen 4 Rüden in der Gebrauchshundeklasse. Diese vier, wohl die einzigen vier mit einer Arbeitsprüfung, waren dem Richter und Breed Specialist John Ritchie durchgehend zu hässlich zum Züchten. Sie wurden ohne Platzierung mit der zuchtuntauglichen Bewertung Gut oder Befriedigend aus dem Ring geschickt. (Aus der Ausstellungsfraktion bekam ich als Begründung, gerade die vier Gebrauchshunde hätten allesamt nicht laufen können und wären deshalb ausgeschieden. Schade und ein wenig merkwürdig, dass gerade die paar Hunde mit Gebrauchsprüfung des Laufens nicht mächtig gewesen sein sollen. Vermutlich muss man dann den Gegenschluss ziehen, dass die Besten ihrer Show-Klassen dann auch die Besten im Sport und beim Leistungshüten sein müssten, jedenfalls  bestimmt viel besser als die vier nicht lauffähigen Gebrauchshunde???)

Ging man hinüber in den sehr feierlichen Ehrenring konnte man dafür bei der Weltmeisterschaft im Dog Dance, sowie bei den Agility Vorstellungen von den Kommentatoren  hören und auch selber sehen, wie ausserordentlich begabt der Border Collie für alle Sparten des Hundesports ist. Freilich waren das andere Border Collies als die im Show-Ring. Die armen Hundeneulinge, die sich hier ein Bild über die Rasse „Border Collie“ bilden wollten. Was ist denn nun ein Border Collie und was nicht? Die Show-Freaks sagen über die Arbeitstiere, es wären keine Border Collies, weil sie nicht so ausschauen, wie Border Collies ausschauen müssen, ebenso sagen die Arbeits-Border-Besitzer über die Show-Tiere, sie seien keine Border Collies mehr, weil sie sicher nicht arbeiten könnten. Ist es soweit und der Punkt ist gekommen, dass man nicht mehr von einer Rasse sprechen kann, weil einfach kein gemeinsamer Nenner mehr zu finden ist?

Aus den Leistungsprüfungen kommend bin ich ein sehr vielfältiges optisches Erscheinungsbild des Border Collies gewöhnt. So wie ich die Rasse verstehe und liebe, erkennt man sie an ihrer typischen Art zu arbeiten. Leistungsfähiges Exterieur passt hier zu einem leistungsfähigen Geist. Farbe, Grösse, Felllänge, Ohrenhaltung, etc. variieren typischerweise,aber  trotzdem erkennt man einen Border eindeutig. sobald er zum Arbeiten ansetzt.

Hier zum Beispiel ein athletisches Exemplar beim Dog Dance Wettbewerb am Messegelände am Samstag: http://www.youtube.com/watch?v=VDKf2W7cGuI&list=UUgyFViE5Va0Ahz8L5Cn7vAQ&index=2&feature=plcp

Überhaupt hatte man sich für die Dog Dance WM grosse Mühe gegeben, und eine schöne grosse Halle mit geräumigen und gutbesuchten Tribünen zur Verfügung gestellt. Schöne Beleuchtung und gute Musikqualität trugen zur stimmungsvollen Atmosphäre bei. Schade, dass ich nicht allzu viel von den Dog Dance Bewerben sehen konnte. Ich kann also nicht einmal berichten, wer gewonnen hat. Wenn jemand diesbezüglich Informationen hat, ist er herzlich eingeladen, sie hier hinzuzufügen!

Gut versteckt vor dem wuselnden Publikum am anderen Ende von Salzburg fand gleichzeitig mit der World Dog Show die Weltmeisterschaft in Obedience statt. Wegen der Ausstellungen konnte ich leider jeweils nur am Nachmittag dort zuschauen gehen. Schade, dass für die grossartigen Leistungen der Teilnehmer kein ähnlich schöner Rahmen der Präsentation gefunden werden konnte wie für die Dog Dance-WM. In die Eishalle verirrten sich nur die Teilnhehmer und deren beste Freunde und Verwandte und Betreuer!

Österreich kann stolz sein auf einen Finalisten, nämlich Emanuel Hetych mit Lucky Shot Amazing Fleet, einem schönen Tricolor Rüden mit tollem Ausdruck und super Stopps.

Auffälligst zeigten sich wieder die Hunde aus dem finnischen Zwinger Tending, von denen  es ganze 6 Exemplare ins Finale schafften. Platz 1 und der Weltmeistertitel ging an Christa Enquist-Pukkila mit Tending Able Tiger:

Platz 2 ging an Tending Knight, Platz 6 an Tending Highlight, Platz 7 an Tending Jynx und Platz 8 an Tending Hotspur.

Weltmeister Tending Able Tiger habe ich leider versäumt, dafür habe ich kleine Beispielvideos von Tending Jynx und Tending Airborne, die auf Platz 14 landete:

Tending Jynx: http://youtu.be/MljFNiLD_Kw

Tending Airborne: http://youtu.be/muBL7b9pQuY

Unser österreichischer Finalist Fleet belegte den beachtlichen 12. Endrand. Herzliche Gratulation!!

Hier die eher nüchterne Eishalle von innen: Bei den Qualifikationsrunden wurde in zwei parallelen Ringen gearbeitet. Ganz schön schwierig für die Hunde, da in beiden Ringen von den Handlern und den Prüfungsleitern gleichzeitig kommandiert wurde, und natürlich am Ende der Übungen geklatscht und gejubelt wurde, auch wenn der Hund im Nachbarring noch mitten in seiner eigenen Übung war. Alle Achtung vor der Konzentrationsfähigkeit der Hunde.

Ins Finale schafften es übrigens ausser (Arbeits-)Border Collies auch ein schwedischer Groenendael.

Und so schaut der Salzburger Volksgarten (idyllischerweise direkt neben der Eishalle, in der die WM stattfand) aus, wenn sie voll mit Europas folgsamsten Hunden ist.

Am Sonntag versäumten wir leider das Finale der Dog Dance WM und das halbe Finale der Obedience WM, weil wir auf der Clubschau in Anif, im Süden Salzburgs erneut unser Glück im Ring versuchten. (Ich kann es einfach nicht lassen und muss immer überall selber mitmachen, damit ich wieder berechtigt mitreden kann, wie es in der Border Collie Welt aussieht!) Hier schaffte Flyte bei Richterin Barbara Müller die immerhin zuchttaugliche Bewertung „sehr gut 2“ und Gebrauchshunde-Kollege Quellyane Gomez, der am Tag davor ebenfalls als zu hässlich für ein CAC aus dem Ring entlassen wurde, konnte sein V1 und CAC mitnehmen. Am Vergleichsbild unten sieht man, dass Flyte um ca. 5 cm längere Beine und nur die Hälfte an Fellmenge hat. Richter John Ritchie war auch die Beinlänge von Quellyane Gomez am Samstag noch zu lang, dafür das Fell scheinbar zu kurz. Vielleicht konnte er am Samstag aber auch einfach nicht laufen….

Die britischen Hütehundekollegen im Nachbarring, Bearded Collie, Bobtail und Langhaar Collie sind mit ihrer Fellzucht freilich bereits ein wenig weiter als der Show Border Collie: Hier hat man mit dem Fell bereits den Boden erreicht. Wird es noch ein wenig länger gezüchtet, braucht man demnächst einen Helfer als Schleppenträger, wenn sich der Hund im Trab präsentieren soll.

Aber gar keine Frage, dass diese Hunde schön gebürstet und hergerichtet überaus attraktiv aussehen! Ich finde ja auch, dass so ein richtig plüschiger Show Border mit Teddy-Gesicht ein wirklich entzückender Hund sein kann. Wer gerne einen solchen haben möchte und gerne das viele Fell entsprechend pflegen will, hat mittlerweile viele gute Quellen, ein prachtvolles Exemplar zu bekommen. Wir Hundesportler und Schafehüter würden uns einfach wünschen, dass die Show-Richter nicht wegen der mittlerweile vielen schönen, gleichmässig durchgezüchteten Show-Typen unsere  schlanken, leichten, hochbeinigen Hunde bald ganz aus der Zucht ausschliessen. Ein Rüde braucht immerhin ein Sehr Gut, um züchten zu können. Wenn man mit einem Rüden mit schlichtem,  dafür praktischen Haarkleid und einer Beinlänge, die schnelles Laufen und Springen ermöglicht,  nur mehr ein Gut oder weniger bekommt und damit von der Zucht ausgeschlossen wird, dann drängt sich einem doch der Eindruck auf, dass die Show-Richter einem damit sagen wollen: Uns ist egal, ob ein Border Collie arbeiten kann, wir können die Zucht von so hässlichen Exemplaren einfach keinem Welpenkäufer mehr zumuten. Eine Bewertung, die einem Zuchtverbot gleichkommt heisst nun einmal nichts anderes als dass dieser Richter die Weitergabe von solchen Genen an eine nächste Generation verhindern will.

Wenn das der britische Breed Specialist sagt, werden sich die Züchter wohl danach richten, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis der gebrauchstüchtige Arbeitstyp trotz an sich korrektem Gebäude, Gangwerk und Wesen keine Zuchtberechtigung mehr bekommt.

Als kleinen Denkansatz möchte ich an dieser Stelle zwei Bilder von zwei aktuellen genetischen Kuriositäten posten: Hier sind Lone und Bess, zwei junge ISDS-registrierte Border Collies, Kusinen, die aufgrund eines genetischen Rückschlags in der Fellvarietät „Bearded“ geboren sind. Aus dieser Familie ISDS-Border-Collies ist also in Zukunft ein ganzer Schwung von echten gebrauchstüchtigen Bearded Collies in dieser sehr charmanten Erscheinungsform zu erwarten. Bei der ISDS, der International Sheepdog Society, geht es nämlich nicht um Haarkleid, Farbe oder Ohrenhaltung. Seit mehr als hundert Jahren, etwa viermal solange wie die Border-Collie-Zucht unter der FCI betrieben wird, führt die ISDS schon ein geschlossenes Zuchtbuch. Diese beiden Bearded Collies, die von einem anerkannten Leistung-Hundezüchter aus Gross Britannien stammen, sind also ganz bestimmt keine Mischlinge aus Border Collie und Bearded Collie. Hier sind einfach alte, lange Zeit rezessiv mitgetragene Gene in einer Familienlinie wieder zum Vorschein gekommen.

Bestimmt haben die ersten Bearded Collies, aus denen die Rasse sich dann entwickelt hat, so ausgesehen. Und bestimmt haben sie auch so gehütet wie diese beiden Exemplare hier. Die Mähr sagt, dass die originalen Bearded Collies gerne im schottischen Heidekraut eingesetzt wurden. Bitte zum Vergleich noch einmal einen Blick auf das Bild von dem wahrhaft prächtigen Bearded Collie oben werfen.  Natürlich ist das viele Haarkleid attraktiv. Aber ins schottische Heidekraut würde man einen solchen Hund doch nur ungern schicken, gescheige denn überhaupt in schottischem Wetter vor die lassen. Bei aller Haarpracht und Schönheit: Ist es nicht auch schade, dass diese beiden hübschen und charaktervollen ISDS-Bearded-Typen bei der FCI weder bei den Bearded Collies noch bei den Border Collies unterkommen dürften? Ich finde das jedenfalls sehr schade. Bei diesen zwei Exemplaren mag es ja egal sein, da die beiden ohnehin reine Hütehunde sind und die FCI deshalb nicht brauchen. Trotzdem finde ich es bedenklich, wenn die Arbeitstypen in allen FCI-Rassen quasi aus der Zucht gedrängt werden, bis man irgendwann nur mehr die Wahl hat, entweder auf den Arbeitstyp oder auf die FCI zu verzichten.

Die Bearded Collie-Freunde mögen mir den Exkurs verzeihen. Bestimmt werden alle Rasse-Fans ohnehin verständnislos die Nase rümpfen und sagen, diese beiden Arbeitshunde seinen ja keine Bearded Collies. Naja, für mich sind sie es, rein historisch betrachtet, absolut! Was sonst! Beim Border Collie liegt für mich die Sache noch viel klarer: Bei einer Rasse, die so schon lange wie der Border Collie unter der ISDS stolz in einem geschlossenen Zuchtbuch geführt wurde, ist es meiner Meinung nach geradezu überheblich von der Organisation, die den Begriff „Border Collie“ 75 Jahre nach dem ersten Verein übernommen hat, dem ursprünglichen ISDS-Border Collie das Prädikat „Border Collie“ absprechen zu wollen. Der Arbeits-Border-Collie kann eben höchst unterschiedlich aussehen, und sogar der FCI-Show-Standard erlaubt offiziell eigentlich die unterschiedlichsten Farben, Ohrhaltungen und auch die Fellvariante Stockhaar, die aber von den meisten Show-Richter leider nicht als standardkonform erkannt zu werden scheint.

Sollte der Sinn beim Ausstellen nicht eigentlich darin bestehen, schlimme Gebäude-, Wesens- oder andere Zuchtfehler zu erkennen und dadurch eine gleichbleibend gute Welpenqualität zu gewährleisten? Muss es bei den FCI-Hunden immer den Weg zu einem rein optisch ansprechenden Einheitstyp nach Musterfoto gehen, aber leider ohne jegliches Verständins für die Erhaltung der originalen Arbeitsfähigkeiten? Ist ein Hund wirklich nur dann ein Border Collie, wenn er möglichst genau wie die momentan regierenden Top-Show-Champions aussieht?

Zumindest eine erfolgreiche Show ist in Österreich ja zum Züchten vorgeschrieben. Wenn dem nicht so wäre, würden sich die arbeitenden Border Collie-Besitzer sicher nicht mehr immer wieder mit den schlechten Richter-Berichten herumärgern wollen.  In Grossbritannien ist ja zB. gar keine Show vorgeschrieben, um züchten zu können. Nur wer glaubt, sein Hund ist schön genug zum Gewinnen, stellt also aus. Die Arbeitshunde haben ja gar nicht den Ehrgeiz, gegen die Show-Hunde in Schönheits-Angelegenheiten zu gewinnen! Wir wollen nur die Erlaubnis, mit unseren Hunden auch züchten zu dürfen, wenn wir finden, dass sie dazu gut genug sind. Ob ein Hund zu hässlich (oder zu wenig prächtig im Fell) ist, sollte meiner Meinung nach dem Ermessen des Züchters bzw. dem Geschmack des Welpenkäufers überlassen werden. Schliesslich will doch jeder gerne einen hübschen Hund haben. Aber wenn man mit ihm arbeiten will, ist einem bestimmt auch die Pflegeleichtigkeit und Einsatzfähigkeit ein grosses Thema! Das viele  Fell, auf das die Border Collies derzeit selektiert werden, führt so auch dazu, dass man etwa im Agility Sport im Sommer mehr und mehr geschorene Border Collies sieht, weil es ihnen ab Mai in ihrerm Fell einfach zu heiss zum Arbeiten wäre!

Um den verschiedenen Ansprüchen gerecht zu werden, könnte man ja vielleicht, statt der kompletten Rassetrennung tatenlos zuzusehen, etwa eine show-unabhängige Zuchtbewertung, eine Art Körung light anregen? Dann müssten sich auch die Show-Richter nicht mehr mit seltsam gebauten und merkwürdig gefärbten Arbeitsexemplaren im Ring plagen, die möglicherweise nicht so formschön im kleinen Kreis traben können.

Es wäre doch schade, wenn die Rasse gar nicht mehr zusammenzuhalten wäre. Die Kluft zwischen den sportelnden Border Collies bei der World Dog Show 2012 war allerdings bereits so unüberwindbar breit, dass man sich einfach nicht mehr vorstellen konnte, dass einer der V-Hunde die Leistungen der Border Collies im Obedience-Ring oder der Dog-Dance- und Agility-Arena, geschweige denn an den Schafen hätte bringen können. Genauso stellte die Show-Fraktion sehr deutlich fest, dass die paar Hunde mit Arbeitsprüfungen nicht mehr ihrer Vorstellung von einem Border Collie entsprachen. Keiner der in Obedience oder den anderen Sportarten in Salzburg präsentierten Border Collies hätte im Ring wohl eine zuchttaugliche Bewertung bekommen. Jeder, der das liest, möge die Fotos in diesem Bericht vergleichen  und sich selber eine Meinung bilden. Mich stimmt das irgendwie ziemlich traurig.

Der herzige Lightspeed Hyperspace schaffte bei der Clubschau am Sonntag mit seiner Lisa immerhin ein Sehr Gut. Bravo, Gordy!

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1 Kommentar »

  1. Uschi said

    Sehr gut und vor allem ehrlich geschrieben. Endlich wird mal über dieses Problem gesprochen auch ich habe erfahren was es heißt einen Showborder zu besitzen mit dem man nur mehr schwer arbeiten kann. Leider haben viele Showborder nicht mal die BGH1 geschweige eine Anlage- oder Hüteprüfung, die meisten haben überhaupt keinen Hüteinstinkt mehr!

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