Ein merkwürdiger Nachmittag

Also das war ein sehr merkwürdiger Nachmittag: Ausgezogen sind wir zum idyllischen Hüten am paradiesischen Plateau über der Schafweide. Normalerweise herrscht dort ja der pure Frieden, der nur selten von einzelnen Spaziergängern unterbrochen wird. Diesen Donnerstag Nachmittag aber hatte sich ein Action-Film in die lauschige Szenerie verirrt: Noch bevor wir mit den Schafen auf ihre gewohnte Anhöhe gelangen könnten, hörten wir Schüsse. Selten, und wenn, dann nur im Herbst, kommen Jäger mit ihren Hunden an der Weide vorbei. Aber Anfang Frühling ist ja bekanntlich keine Jagdsaison. Wieso also Schüsse? Als wir die Kuppe erreichen, sehen wir zwei Polizisten zwanzig Meter weiter, die hektisch versuchen, den über den Weinbergen kreisenden Polizeihubschrauber nach rechts unten einzuweisen. Nach einem langen Moment der Realisation, dass das keine lustige Schönwetterübung sondern ein ernster Einsatz ist, versuchen wir lso, die Schafe wieder ruhig aber zügig zurückzubringen. Dabei kommen uns weitere hektisch mit Waffen winkende Einsatzkräfte entgegen, die mich samt meinen Hunden in die Gegenrichtung, in Richtung Nachbarort davonschicken! Wolfgang musste mit den Schafen wieder zurück in die Weide -er konnte ja mitsamt Herde schlecht auch in den Ort gehen!- und hat sich dort mit seinen Hunden hinter dem Weidezaun verschanzt. Währenddessen bin ich über bislang unbekannte Hügel durch mehr und mehr Polizeisperren durchgewandert, mit ungewissem Ziel und einem Gefühl von extremer Irrealität. Plötzlich, schon fast im Ort angekommen, und mich allmählich fragend, was ich jetzt im Ort mit drei Hunden ohne Leine (die ich zum Weidengehen nicht mitgenommen hatte) tun sollte, sehe ich plötzlich lauter bekannte Gesichter: ich stehe vor der neuen Agility-Halle von Wolfgang Hauer, in der ich bisher noch nie war und um deren Existenz ich mich bisher noch nicht allzu sehr gekümmert hatte! Aus der total irreal erscheinenden Chaossituation im erschütterten Weideparadies war ich wieder mitten in die kleine heile Agility-Welt gefallen!!!! Und die Halle war sogar frei für uns!!! Also haben wir einfach ein Stündchen trainiert. Flyte, Guin und Julie waren zwar ein bisschen verwundert (die hatten bestimmt auch nicht mit Agility gerechnet, nachdem wir mit den Schafen losgezogen waren!!!) aber auf Hundeart spontan erfreut! Für die Hunde ist das auch nicht so etwas ganz Neues, dass man quer durch die Welt fährt und immer wieder dieselben Hundesportler trifft. So ist das Leben halt! 🙂 Weil man wegen der Fahndungsarbeiten nach vier bewaffneten im Gelände verschanzten Einbrechern nach unserem kleinen Training noch nicht zurück auf die einsamen Felder durfte (da waren noch den ganzen Nachmittag die Hundestaffeln und Polizeiwagen unterwegs), haben wir dann in der halbwegs schusssicheren Halle gewartet, während mehr und mehr bekannte Agilitianer zum Trainieren (aus meinem eigenen Verein!!!) vorbeigekommen sind!!! (Auf dem Foto rechts zB. Johann mit Lightspeed Equinox!)

Tja, ich muss sagen, dieser Tag verdient eine 10 auf der Skala der Merkwürdigkeit. Ich kann hiermit auch feststellen, dass die Nervosität, die man in einer potentiell gefährlichen Ernstsituation aufbaut, vom spontanen und unerwarteten Fund einer Agility-Halle komplett ausgelöscht wird!!! :))

Ausserdem frage ich mich, was mir das Schicksal gerade sagen will, denn letzte Woche, als ich gerade zum Vereinsabend des ÖCBH unterwegs war, bin ich genau in die polizeilich gesperrte Erdberger Gegend geraten, wo wegen ausgetretenem Giftgas die U-Bahn und viele Strassen gesperrt waren. Ich war also mehrere U-Bahnstationen lang zu fuss mit meinen Hunden im finsteren Simmering entlang der Pollzeisperren unterwegs, immer mit einem Nasenloch nach der Giftgaswolke fahndend! Auch irgendwie ein merkwürdiges Gefühl!! Ich hoffe, es kommt kein dritter Teil dieser Serie mehr! 🙂

Naja, zum gemütlichen Ausklang des Wochenendes hier noch ein paar Bilder vom Besuch beim Celtic-Opa, der dieser Tage recht munter und gut gelaunt ist, obwohl der 16 Jahre alte Körper nicht mehr ganz so willig alles mitmacht, was Celtic noch alles gerne anstellen würde! Zum Spaziergang über die Felder lässt man Celtic aber besser zu hause, denn da würden ihn die jungen Wilden womöglich umrennen! Mit waren dafür die Enkel Flyte und Asparuch, das kleine Guinchen und Christinas Hunde Baris, Ellen und Caya! Der Frühling lauert jetzt nur mehr hinter der nächsten Ecke und kann jederzeit in kleinen Knöspchen und Blättlein ausschlagen!!! Hurra!!!

Das letzte Bild ist übrigens Celtic mit seinem Ur-Ur-Enkel Frang vom sonnigen Garten!! 🙂

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