Hohe Wand Trial: Im Auge des Sturms!

Seit der Sommersonnenwende scheint es dem Winter ein besonders Anliegen zu sein, daran zu erinnern, dass er wieder auf dem Vormarsch ist.

Jedenfalls liess er beim Hohe-Wand-Trial am 2. und 3. Juli 2011 in Gaaden heftige November-Stürme über die weiten flachen Felder fegen, die uns nicht nur Kapperl und Hüte vom Kopf rissen und die Kommandos irgendwohin in den Äther vertrugen, sondern auch teilweise zu solcher Höchstform auffuhren, dass man sich mit aller Kraft gegen das Pferchtor lehnen musste, um es offenzuhalten, und dass der Hänger mit den Paletten darin beinahe kopfüber auf zwei daran angehängte Hunde gekippt wäre, hätte Michi (vom sonnigen Garten) sich nicht im rechten Moment auf dessen Deichsel geworfen!

Ausser durch den Sturm war dieses Trial auch wegen der für die „kleineren“ Klassen doch sehr weiten Distanzen (im Bild das Fetchgate für Kl. 1, 110 Meter vom Pfosten entfernt- die Schafe standen weitere 20 Meter dahinter) und die nicht immer gehfreudigen Schafe erschwert. So konnte sich der lange Drive schon ziemlich dahinziehen. Gegen Wind bin ich sowieso ziemlich allergisch: Als ich so zum zigsten mal (wegen der zwei Läufe pro Hund, sowie zweier doppelter Extra-Starts mit Cedric und Aslan ausser Konkurrenz)  im Dauer-Gegenwind über das Feld stapfte, mit wind-verheult vampirroten und vom Flugstaub höllisch juckenden Augen, dauernd davonfliegendem Kapperl und schwer eingeschränkter Sicht wegen (ohne Kapperl) wie verrückt herumwehender Haare, kamen mir etliche Male Inspirationen zu angenehmeren Hobbies als gerade diesem! Wie idyllisch zum Beispiel muss Schafwoll-Filzen mit Märchenwolle an regnerischen Sturmtagen sein….. mit einer heissen Schokolade und frischen Waffeln vielleicht…. statt dessen lässt man sich auf einem Feld erst nassregnen und dann davonwehen!! Hach!

Ein denkwürdiger Augenblick in meinem zweiten Lauf mit Cedric war zB. derjenige, in dem ich mich auf das Drivegate zudrehe und mit denke: Bin ich schon so fertig, dass ich gelbe Striche sehe, oder fliegt hier gerade ein Kornfeld in Augenhöhe auf mich zu??? Wie bei Twister dem Film kamen mir hier Dinge entgegen, die normalerweise ein Fehler bei „Alles was Flügel hat, fliegt“ wären! In diesem Fall tatsächlich eine ganze Feldlänge Stroh in horizontaler  Fluglage!!

Immerhin: Die Kulisse war ja wieder extrem malerisch, mit den steingrauen Regenwolken, und der Bergwand an der rechten Flanke, sowie den sanft geschwungenen Hügelchen und wogenden goldenen Ährenfelder. Und es gab sogar zwischendurch richtig schöne sonnige Momente!

Die Schafgruppen wurden professionell gestellt, und das Feld war wirklich interessant und anspruchsvoll. Für den massiven Wind kann ja schliesslich keiner etwas!

Ein Dankeschön an Kerstin für das schöne Gelände und die vielen bunten Schafe, und Gratulation für den Sieg mit der kleinen Jena (deren brave Schwester Dianne den zweiten Platz in Kl.2 holte!)

In meinen Augen die Überraschungs-Stars des Tages waren Daniela mit Freni, die ausser Konkurrenz zwei wirklich sehr schöne Läufe hinlegten! Jetzt muss Daniela nur noch pfeifen lernen, denn Freni war wirklich enorm brav bis zu einer Distanz von etwas über 100 Metern, wo sie gegen den Wind einfach die gerufenen Kommandos nicht mehr hören konnte und sich fragend umdrehte und darauf wartete, dass Daniela wieder in Hörweite kam. Aber deshalb geht ja Daniela noch ausser Konkurrenz. Pfeifen und Shedden wird sie über den Sommer schon noch lernen!

Unsere Lightspeeds waren auch recht erfolgreich:

In Klasse 3 gewann Lightspeed Darjeeling vor ihrer Mama Lady Julie.

In Klasse 2 gewann der bereits erfolgverwöhnte Jung-Streber Lightspeed Glenfiddich, und Lightspeed Fire Flyte wurde Vierter.
Klasse 1 war dem kleinen Guinchen, Lightspeed Guineveere, diesmal doch noch ein bisschen zu weit, so wurde sie „nur“ Vierte mit ein paar verspielten Twists und Kringeln, die man beim Trial eigentlich nicht unbedingt brauchen kann. Naja, letzte Woche hat sie mich ja sehen lassen, wie sie einmal arbeiten kann. Und durch meine Sommer-Trial-Pause hat sie noch ein wenig Zeit, um in Ruhe fertigzureifen!

Von Richter Matthias Lebang, der aus Norddeutschland angereist, sicher etwas erstaunt war über die Nordsee-Küsten-Wetterlage in unseren Breiten, konnte ich mir auch einen überaus interessanten Trainingstip mitnehmen, den ich natürlich sofort an meinen Hunden ausprobieren muss!!! Bin schon gespannt, ob das so hilft wie ich hoffe!!! 😉

Für die Flytie-Bilder bedanke ich mich bei Karin Steinwendtner! Die stimmungsvolle Aufnahme von Freni und Daniela hat Michi Kohl geschossen!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: