Rebenland-Trial: Glen schlägt zu, Guin schliesst auf!!!

Sheepdog-Trials als Hobby führen einen bekanntlich in die schönsten Gegenden des Landes, diesmal ganz in den Süden von Österreich, direkt an die slowenische Grenze, ins „Rebenland“, wo Niki Strieder zum ersten Mal einen Bewerb mit den für die südliche Steiermark typischen Krainer Steinschafen, einer gefährdeten Rasse mit deutlich ausgeprägter Persönlichkeit und origenellen Markierungen, ausrichtete.

Vielen Danke, Niki, es war ein wunderschönes, wenn auch recht anspruchsvolles Trial, und das alles in der herrlichen Landschaft mit diesem malerischen Ausblick von der am Berg gelegenen Mostschenke aus!

So sah das Trialfeld von oben aus. Der Fetch-Pfosten ist auf dem Bild nicht sichtbar, da er links von Flyte am Nebenhang positioniert war. Die Hunde mussten also um den ganzen Hang herum, überflankieren, von „Viertel nach“ geknickt auf das (hier ebenfalls nicht sichtbare) Fetchgate hinliften und die Schafe dann hinunter in Richtung Handler kippen. Diese Fetch-Strecke sieht man hier auf dem Bild. Sie führt durch eine deutliche Senke, in der Hund und Schafe dann für den Handler ein Weilchen unsichtbar liefen. Hier musste man sich einfach verlassen, dass der Hund mit den Schafen wieder auf einer geraden Linie auftauchen würde!

Hier ist noch einmal der Blick über die Fetchlinie zum Richterzelt (unten am Waldrand), das in der Früh schon aufgebaut war.

Einige Stimmungseindrücke von „unten“, vom Richterzelt und den Reihen der wartenden Teilnehmer und Zuschauer aus. Ganz schön viele Starter waren gemeldet: 27 in Kl.3, 17 in Kl. 2 und 13 in Kl. 1, wenn ich mich nicht verzählt habe.

Hier dererfahrene,  faire und ruhige Richter Erik Holmgaard, der aus Dänemark angereist war, um uns Punkte für unsere Arbeit zu geben.

Im Hintergrund transportiert gerade Wolfgangs unglaublich braver Glen seine Schafgruppe ab! Glen war wirklich der Star des Tages: Nach nur einem (gewonnenen) Trial in Kl. 1 war er diesmal in Klasse 2 angetreten, und legte einen souveränen Lauf hin, bei dem die Schafe keinen Moment der Unsicherheit erlebten, sondern einfach nur sicher geführt über den Parcours wanderten!

Mit sicher und souverän gesetzten Schritten und erstklassiger Kommandodurchlässigkeit lief Glen also direkt auf den ersten Platz in der Kl.2!

Flyte schaffte den vierten Platz, was zwar von 17 Startern nicht schlecht ist, aber mich wegen der momentanen Dezibel, die er am Trial gerade bei Fetch und Drive zu brauchen scheint, zu verstärkten Trainingsmassnahmen motiviert!!!! 😉

Für mich der Lightspeed-Überraschungs-Star war das kleine Guinchen, das ja trotz ihrer fantastischen motorischen Begabung (siehe Frisbee-Bilder) im Wesen noch ein richtiges Hundekind ist, und bei ihrem ersten Trial vor ein paar Wochen noch viiiiel zu zappelig war, um den Schafen viel Freude zu bereiten!

Scheinbar wollte sie sich jetzt aber doch nicht nachsagen lassen, dass ihr Bruder begabter und frühreifer ist als sie! Jedenfalls hat sie zwei super Läufe hingelegt, ganz sauber, kontrolliert, aufmerksam, mit tollem Pacing, korrekten Flanken und sogar ohne Seitenverwechslungen!!! Ich habe zwar gesehen, dass das Guinchen in den letzten zwei Wochen einen deutlichen Reifsprung gemacht hat, aber normalerweise kann man ja eher nicht demit rechnen, dass ein neuer Sprung in der Trainingsleistung auch gleich im Trial umgesetzt wird! Ich bin jedenfalls ganz hin und weg von meinem braven Guinchen! Der zweite Platz hinter Caros Kate (denen ich herzlich zur schönen Leistung gratuliere) war Guins Belohnung für ihre Bemühungen! Was für eine nette Überraschung!  🙂

Filme von Glen und Guin folgen demnächst!!!

Der Parcours war auch für die „kleinen“ Klassen alles andere als einfach. Wegen der hügeligen Lage war am letzten Drittel des Outruns in Kl.1 und Kl.2 der Hund für den Handler nicht mehr zu sehen. Man musste also entweder Vertrauen haben, dass der Hund auch ohne Sichtkontakt und Kommandos von selber sicher liften würde, oder dem unsichtbaren Hund nach Gefühl Kommandos geben.

Die Krainer Steinschafe sind ausserdem nicht dafür bekannt, viele Fehler zu verzeihen. Obwohl sie sich bei gutem Handling sehr gut führen lassen, werden sie leicht nervös, wenn ein Fehler passiert, und versuchen dann, in Sicherheit zu entkommen. In diesem Fall bot sich der Weg durch den Wald hinauf zum Let-out-Pen oder über den Hang hinauf, bzw. durch die Zuschauerreihen zum Pferch für die bereits gelaufenen Kollegen an.

Etliche Starter verloren so trotz ansonsten sehr schöner Arbeit an der einen oder anderen Ecke wegen einer kurzen Unaufmerksamkeit oder auch wegen eines zu stark zurückehaltenen Hundes recht plötzlich ihre Schafe!

Der brave tschechische Obelix beim Pferch. Im Hintergrund das Fetchgate am Hang, deutlich rechts davon standen die Schafe für Kl.3.

Hier sieht man die rechte Seite des Trialfeldes. Die Schafe waren unterhalb des Let-Out-Pens hinter der blauen Plane oben am Waldrand positioniert und mussten schräg hinüber zum von diesem Winkel aus unsichtbaren Fetchgate weiter links geliftet werden und dann gerade durch die Senke und am hier ehemaligen Lifthäuschen vorbei gefetcht werden. Ein Outrun nach rechts wurde nur von einem einzigen italienischen Handler gewählt, Adriano mit seiner braven Babs, der sie gerade durchs Feld bis an das hineinschneidende Waldeck hinter dem Lifthäuschen schickte und ihr dann einen Pfiff zum Rechts-Aufmachen gab. 89 Punkte bekamen die beiden für diesen Lauf, der mutig begann und sicher fortsetzte.

Das Rebenlandtrial war recht international besucht- zahlreich Tschechen, die inzwischen sehr motiviert im Hütesport sind, waren gekommen, sowie zwei Ungarn und etliche Italiener. Oben Tamas, angehimmelt von seinem Kl.2-Hund Conquest Gann.

In Kl. 3 zeigte uns wieder einmal Luca Fini aus Italien mit seinen zwei Top-Hunden Dan und Cap, dass er bei jedem Trial gefährlich werden kann! Dan lief diesmal auf den ersten Platz, Cap hatte am zweiten Tag Pech mit den Schafen im Shedding Ring, die sich einfach nicht von seinen Knien trennen wollten. Tja, am handaufgezogenen Schaf „Mausi“ hatte ich mir am Tag davor mit Julie im Ring ebenfalls die Zähne ausgebissen. Mausi sucht jetzt einen neuen Wirkungskreis in einem netten Streichelzoo!!!

Auf Platz zwei in Klasse 3 landete Kathi mit ihrer braven und verlässlichen Aimee, mit der sie es am Sonntag auf tolle 99/110 Punkten brachte!

Und Platz 3 ging an Barbara mit ihrem guten alten Tom, ruhig und sicher gehandelt, dass es eine Freude war!

Platz vier konnte Wolfgangs Darla für sich verteidigen, und meine nach ihrem Wurf inzwischen komplett abgehaarte kleine Julie kam gesamt auf den siebenten Platz.

Das Rebenland Trial war eine der ASDS-EM-Ausscheidungen für das Continental in Schweden. Mit einem weinenden Auge war ich an diesem schönen Trial gestartet, da ich leider im August arbeiten muss, und nicht nach Schweden fahren kann, selbst wenn Julie wieder im Team ist. Ausgerechnet Schweden, wo ich so gerne bin!!! Südschweden ist ausserdem ganz abgesehen von meiner persönlichen Sentimentalität einfach wunderschön! Seufz!

Jedenfalls hatten wir ein schönes, anspruchsvolles Trial im Rebenland, das wir und unsere Hunde voll genossen haben! Danke Niki und ihrer Familie, die sich für uns „abgestrudelt“ haben, um alles für die vielen Teilnehmer und Zuschauer zur Verfügung zu stellen! Schön war’s!! Hoffentlich nächstes Jahr wieder!

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