Nicht schimpfen, ich war’s nicht (glaub ich!)

Der Frühling hat sich ja eine kleine Pause genommen, um das frisch sprossende Grün schön ausgiebig nachzugiessen. Auch ist es leider wieder recht fröstelig und ungemütlich. Also ist diese Woche ziemlich viel Training ausgefallen, und die armen Hunde mussten ein bisschen alleine zuhause bleiben, während ich den Regen genutzt habe, um lauter wegen Schönwetter aufgeschobene Wege zu erledigen.

Jetzt ist das kleine Guinchen ja ein richtiger Schatz, und ein ganz süsses, super-motiviertes Border-Mädchen, mit dem ich ganz viel Freude habe. Aaaaber: brav ist sie leider nicht wirklich. Dabei will sie, glaub ich, gar nicht schlimm sein. Aber wenn sie zu hause bleiben muss, dann kann sie einfach nicht anders: Ein paar Dinge sind einfach zu verlockend für sie: Fernbedienungen zB.!!! Fernbedienungen beherrbergen gut versteckte Batterien und kleine leckere Lämpchen!! Kann man die einfach in Frieden liegenlassen, ohne genüsslich Batterien und Lämpchen herauszunagen. NEIN!!! Das schafft man einfach nicht!

Ich verstecke meine Fernbedienungen schon so gut ich kann, aber was hindert schon ein agiles Border-Mädchen wie das Guinchen. Sicher keine Gitter, Regale oder schwindelerregende Höhenlagen.

Kabel sind natürlich auch seeeehr verlockend, und gerade habe ich wieder zwei neue Steckdosen an zwei durchgebissene Kabel montieren müssen! Guin hatte noch Glück dabei, weil sie die Kabel offenbar zuerst ausgesteckt und dann erst abgebissen hat!!! Dabei verstecke ich meine Kabel wirklich sehr gut!!! Scheinbar noch nicht gut genug. Seufz!

Nicht ganz so schlimm wie der Kabelfrass, aber auch eine kleine Guin-Marotte: für eventuelle Welpen sammle ich immer gebrauchte Plüschtiere, die man dann den kleinen Raubtieren zum vergnügten Frass vorwerfen kann. Guin findet die versteckten Tierchen in meinen Regalen und nagt ihnen mit chirurgischer Präzision Nase und Augen ab.

Was die Guin-Erziehung in Bezug auf Zerstörungen so schwer macht, ist, dass sie sich wirklich überhaupt nicht schimpfen lassen will!!! Ich habe noch nicht einmal geschafft, sie wegen der Kabel bös anzureden.

Wenn man sie an den Tatort rufen will, um (ganz lieb) zu erklären, dass Kabelnagen nicht wirklich gesund ist, gibts schon kein Guinchen mehr weit und breit. Es versteckt sich. Hinterm Klo, unterm Bett, hinter der Julie-Mama!! Mit weiten Augen und vor Panik schlotternd!! „Nicht schimpfen, ich war’s nicht! Und ich tu’s auch nie wieder!! Bitte nicht schimpfen!!!“ Dabei hab ich sie noch gar nie schimpfen können. Sie kann gar nicht wissen, wie es ist, geschimpft zu werden!!!! Wenn ich sie dann unterm Bett und hinter der Julie hervorgefischt habe, und sie zu den zerstörten Objekten gebracht habe, kann ich nur mehr in meinem allerliebstem Klein-Kinder-Morgen-Fernseh-Tonfall säuseln: „Du sollst doch nicht immer meine Fernbedienungen essen! Und Batterien sind gar nicht gesund für kleine Hunde! Und Kabel schon gar nicht! Kannst du das bitte, bitte nicht mehr machen??“

Guinchen ist jetzt 14 Monate alt. Ich kann ja nur hoffen, dass sie bald lernt, ihrer Zerstörungsanwandlungen selber Herr zu werden! Denn bei so einer Panik vor Korrektur fürchte ich, dass meine Erläuterungen kaum ihr Ziel erreichen.

Ach, ja, die Kerzen: Kerzen sind ja bekanntlich eine typische Nahrungsmittelergänzung von schwangeren Julies. Es KANN also sein, dass die Kerzen gar nicht so wirklich auf Guins Konto gehen, sondern dass sie die nur beim Durch-die-Regale-Klettern heruntergeholt und damit Julie quasi vor die Füsse geworfen hat! Aber die Fernbedienung und die Plüschtiernasen… das war das Guinchen, ganz klar!!!

Guin ist übrigens nur bei ihren Zerstörungen so korrektursensibel. Beim Lernen ist sie ganz normal. Allerdings verfolgt sie die (recht schlaue) Taktik, dass sie erst etwas macht, wenn sie es sich bei den anderen so lange angeschaut hat, bis sie eine gute Vorstellung davon hat, was sie tun soll. Und dann macht sie es einfach gleich richtig! Ta-Daaa! So muss man sich dann nicht peinlich schimpfen lassen!! Hehe!!

Ach ja, was auch ganz süss am kleinen Guinchen ist: sie ist sooo lieb zum alten Celtic-Opa, der seit seiner Operation im Winter zur Regeneration wieder in Wien bei uns war (und am Montag wieder hinaus in den Sonnigen Garten zieht, weil Wien auf Dauer für ihn dann doch zu langweilig wird)

Celtic wohnt, damit er seine verdiente Ruhe im Rudel hat, im grossen Welpenauslauf, aus dem er bei Bedarf auch (übers Sofa) herausklettern kann. Aber Julie und Flyte klettern nicht hinein und lassen ihn also dort in Frieden schalten und walten (und ein ganz eigenes Sofa bewohnen)
Aber das kleine Guinchen, das kommt ihn besuchen, mag ihn, spielt mit ihm, kuschelt sich zu ihm aufs Sofa, bringt ihm Spielzeug (ähm, Guinspielzeug mit abgebissenen Nasen…) Das ist wirklich sehr süss, denn normalerweise sieht die eher brutale Rudel-Logik ja bestenfalls vor, dass alte Hunde ignoriert und geduldet werden. Auf Gemocht- und Integriert-Werden haben sie im Rudel meist keinen so richtigen Anspruch mehr, sobald sie ihre Rechte nicht mehr selber durchsetzen können! Also wie nett, wenn ein alter Celtic-Opa ein liebes kleines Guinchen hat, das ihn besuchen kommt und lieb zu ihm ist!!! 🙂

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