Guinchen und das Weihnachtsgebäck

Es ist ja nicht so, dass ich meinen Hunden kein Weihnachtsgebäck gönne! Beim Kurs am Steinbachhof, bei dem wir ganz fleissig Schafe, Lämmer und Border Collies gebacken haben, wurde durchaus das eine oder andere Stück von den Hunden verkostet.

Zony hat es auch wieder geschafft, sich ein dreiviertel Brot von der Anrichte zu fischen und Turbo-Geschwindigkeit hinunterzuschlingen. (Unbestreitbare Hundelogik: Was verschluckt ist, das kann einem keiner mehr wegnehmen!!!)

Und ein gutes Stück Marzipanstriezel hätte ich gewettet, gerade noch gesehen zu haben, wo nachher nur noch eine Freni mit ein wenig Zucker auf den Schnurrbarthaaren war. Freni hat natürlich felsenfest dagegengewettet: den Strudel hätte ich mir nur eingebildet.

Mittwoch, der 8.te war der nächste (und für mich letzte) Backtag der Weihnachtssaison. Ich bekomme zwar um Weihnachten herum manchmal Anwandlungen von Backzwang, der aber normalerweise nach zwei, drei Backtagen wieder sang- und klanglos verduftet. Ich glaube, das Geheimnis ist es, so viele Kekse auf einmal zu machen, dass man für die nächsten 10 Monate kein Keks mehr sehen will.

Dieses Mal hatte ich mir vorgenommen, mich an den arbeitsintensiven (weil viele Arbeitsschritte verlangenden) traditionellen schwedischen Lussekatter zu versuchen. Lussekatter, „Luciakatzen“ , sind fluffige safrangelbe Germkringel mit Rosinenaugen zu Ehren von Lucia, der Lichtbringerin, die am 13.ten Dezember im lichtarmen Skandinavien ein grosses und von Kindern und Erwachsenen sehr beliebtes Fest feiert.

Ein ganzes Kilo Mehl wurde zu einem herrlich flauschigen, safranigen Teig verknetet, durfte in mehreren Schritten gehen und sich entfalten, während wir an Keksarmeen von Pfefferkuchenmännern, -frauen und natürlich Schafen und Border Collies bastelten.

Dann wurden fünfzig Kringel gerollt und mit den typischen zwei Rosinenaugen versehen.

Arme verhungernde Hunde verfolgten das tragische und in traurigen Hundeaugen überaus sinnlose und zeitraubende Herumpanschen mit leckeren Lebensmitteln, die hund am liebsten ohne weitere Verarbeitung gleich verschlungen und verdaut hätte!

Am Ende brutzelten die Kekse im Rohr und zwei Bleche mit Kringeln warteten geduldig darauf, an die Reihe zu kommen.

In der Küchentür stehend, in den Keksduft gehüllt, nahm ich mir ein paar Musse-Minuten, um einen Anruf zu beantworten. 

Sehr, sehr leises Knistern hinter mir. Der Wind, der Wind, das himmlische Kind? Nein, ein Guinchen, das geschickt auf den Hinterbeinchen, eigentlich den Zehen, balancierend mit dem langen Näschen unter dem Geschirrtuch die Kringel hervorsaugt!!! Ganz, ganz leise und beinahe unauffällig!

Das halbe Blech hat sie geschafft, bevor ich sie unterbrechen konnte!! Und das ohne das Blech herunterzuwerfen! Ziemlich beachtlich!!!

Naja. Was soll ich sagen. Wir hungrigen Weihnachts-Menschen können den Verlust von 12 Kringeln auch verschmerzen.

Aber die Rache der ungebackenen Kringel folgte erwartungsgemäss, des Nachts!!!

Ich hoffe, das Guinchen lernt daraus und stiehlt in Zukunft so wie die grossen Hunde nur mehr fertig Gebackenes!!!!

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