Nasses Trial in Reutte

Vor der malerischen Kulisse der Tiroler Berge fand dieses Wochenende ein regnerisches Trial an einer Herde Tiroler Bergschafe statt. Die linke Flanke des langen flachen Trialfeldes überblickten bombastische weit-angelegte Burgruinen, der sogenannte Schlosskopf, sowie die Ruine Ehrenfels.

Ausser den begeisterten Border-Collie-Zuschauern wie hier die junge Jena, die alle Action am Feld mit vor Freude leuchtenden Augen verfolgte, und Sid, der sich von der Richterschreiberin nach Strich und Faden verwöhnen liess, waren, besonders am Sonntag trotz des wenig einladenden Wetters viele Tiroler Zuschauer gekommen. Viele von ihnen hatten eigene Border Collies, viele auch eigene Schafherden in einer Herdengrösse, wie sie auf unserer Seite der Alpen kaum vorkommt. Das Interesse für arbeitende Border Collies, insbesondere für ausgebildete Hunde  war also im Tiroler Land stark spürbar. Durch die geographisch eher isolierte Lage gibt es in Tirol trotz des offensichtlichen Bedarfs an guten Arbeits-Border-Collies erst eine sehr kleine Anzahl dieser grossartigen Hütehelfer.

Christa mit Gem, der Österreichischen Meisterin in Kl. 1 des Vorjahres, die sie seit letztem Jahr bei der Arbeit mit ihrer Schafherde unterstützt, vor den Bergschafen des Nachbarn. Diese Schafe wären offensichtlich viel lieber am Trial gelaufen als die ungeschorenen Schafe, die tatsächlich zur Anwendung kamen. Die geschorenen Tiere kamen nämlich  immer ganz neugierig von den benachbarten Hügeln herab und schauten gespannt über den Zaun auf das Trialfeld! Natürlich mussten sie dann (manchmal sogar vom walisischen Richter Kevin Evans persönlich!!!) wieder hinter die Bäume verscheucht werden, da sie den Schafstellern ihr ohnehin schon sehr hartes Leben noch zusätzlich erschwerten und auch dem Hund am Feld das Manövrieren der eigenen Schafgruppe nicht erleichterte! Am Ende des Trials mussten wir dann doch noch fünf der Trialschafe aus ihrer Mitte herausklauben, die es trotz allem geschafft hatten, sich zu ihren Kollegen über den Zaun zu katapultieren. Man kann sagen, diese Bergschafe hatten eine überaus starke starke Persönlichkeit. Die zuschauenden Tiroler, denen wir versuchten, diesen Umstand schonsam zu erklären, fanden das offensichtlich sehr lustig!! Scheinbar konnten sie sich mit den willensstarken Bergschafen irgendwie identifizieren!

Hier überblickt Freni das Trialfeld- noch ist mein treuer Hütestock (ehemals Skistecken meiner Grossmutter) ganz- am Ende des Wochenendes war er es leider nicht mehr. Da mich ein riesiges schlappohriges Bergschaf (das mir ohne Mühe geradeaus in die Augen schauen konnte) am Pen lieber überrennen wollte, als sich von Julie pferchen zu lassen, ist er leider zu Bruch gegangen. Zum Trost werde ich mir jetzt endlich einen nach eigenen Massen im keltischen Design anfertigen lassen! Das hatte ich ohnehin schon lange vor.

Zwei tapfere Teilnehmer in Kl. 1: Christl mit Hazel nach dem Turn, und Alice an der kritischen Stelle vor dem Treibtor, wo die Bergschafe sich lieber durch die Publikumshorden drängeln wollten, um das Feld in Richtung ihrer wartenden Kameraden zu verlassen.

Darla (Lightspeed Darjeeling) schob die Schafe unerbittlich Zentimeter für Zentimeter über den Parcours. Weil sich der Single nicht mehr zur Zufriedenheit des Richters innerhalb der Zeit ausging, erntete sie den Pokal für den dritten Platz.

Julie, mit der ich wie erwähnt bereits am Pen hängenblieb, wurde Vierte.

Lightspeed Fire Flyte wurde Zweiter in Kl. 1 und ist damit, weil es sich bei dem Bewerb um die Österreichische Staatsmeisterschaft handelte, ÖCBH-Vize-Österreichischer Meister.

Volker mit Bungee waren das Team, das in Kl. 3 den Vize-Titel holte.

Eine grosse Freude an einem ansonsten verregneten und eher mühevollen Wochenende, an dem man sich grossteils fragte, ob man sich nicht ein nettes, warmes, gemütliches Hobby suchen sollte, wie etwa Mohair-Socken-Stricken, war der überraschende Besuch des kleinen Sonnenstrahls Gordy, alias Lightspeed Hyperspace!! Er verfolgte mit seinen fünf Monaten bereits mit äusserster Spannung das Geschehen am Feld und präsentierte sich ganz so, wie man sich einen jungen Border-Buben wünscht: aufgeweckt, flink, an allem interessiert, freundlich, ausgeglichen und bereits hervorragend auf seine liebe und motivierte Besitzerin Lisa eingestellt! Wir haben uns riesig über den netten Besuch gefreut!

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Und so idyllische Höfe gibt es in Tirol. Landschaftlich ist es ja wirklich ein Paradies auf Erden, vorausgesetzt, man hat nichts gegen Berge! Freni gefällts jedenfalls dort, wie man sieht!

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