Info-Schnipsel ueber Jagdhunde in Norwegen

Ein paar interessante Info-Schnipsel aus norwegischen Jagd- und Hundezeitschriften. Ausnahmsweise also einmal nichts ueber Border Collies, sondern ueber Jagdhunde.

Da in dem riesigen Norwegen nur mikrige 4 Millionen Menschen wohnen, ist das Land natuerlich ein Jagdparadies, in dem man sich austoben kann. Fast jeder hat hier eine Huette in den Bergen, in der er „Urmensch“, also Jæger und Sammler sein kann. Wer kann hat ein Boot, und wenn es nur ein Ruderboot ist. Fischfang ist ja ein gænzlich freier Volkssport. Nur fuer Lachs und Forelle braucht man Tages- oder Saisonkarten.

Gejagt wird auch auf alle møglichen Tiere, die bei uns nur mehr mit der Lupe gesucht werden und deshalb nicht bejagt werden duerfen: Bæren, Luchse,  Wølfe, Elche. (Was natuerlich offenbar unsere Hobbyjaeger nicht davon abhælt, die vereinzelten, liebevoll von der Presse verfolgten und mit Namen versehenen Tiere dieser Arten, trotzdem nach bestem Gewissen heimlich abzuschiessen!)

Die skandinavischen Hunderassen sind mit der Ausnahme von ein paar mittelgrossen spitzartigen Hofhunden  grossteils Jagdhunderassen, wie zB. der graue und der schwarze Elchhund. Erinnert sich noch jemand an den armen Bruno, den Bæren, der vor drei Jahren in Østerreich gesucht wurde? Da wurden extra aus Norwegen ein paar fuer die  Bærenjagd ausgebildete Elchhunde eingeflogen.

Von den Bærenjagdhunden handelt der erste brandneue Schnipsel aus der Fachpresse: Schweden hat einen Jagdtest mit 304 Jagdhunden durchgefuehrt, um die besten Bærenhunde zu finden- dafuer wurde ein Bærenfell zu einer auf Drahtseilen transportierten „Bærenmarionette“ umfunktioniert und mit frischem Bærenduft eingesprueht.

Von den 304 Hunden war grossteils nur bei 20 Prozent genuegend Mut (oder soll man sagen Tolldreistheit) vorhanden, um sich dem Bæren entgegenzustellen. Ein Bærenhund soll den Bæren finden und dann lange genug beschæftigen (und anklæffen), bis der Jæger zur Stelle ist!

Am besten schnitten die grauen Elchhunde ab, von denen sich ca. 60 Prozent der Bærenattrappe furchtlos stellten!

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Der zweite Schnipsel hat immerhin etwas mit Schafen zu tun:

In Norwegen gibt es durch die sehr naturbelassene Landschaft sehr, sehr viele Schafe und Ziegen. Die Bevølkerung liebt auch ihren (karamellartigen) Ziegenkæse, kauft und trinkt gerne Ziegenmilch und isst viel lieber Schaf als Schwein.

Bauern gegen Jæger ist natuerlich auch im Norden immer wieder ein Thema. Insbesondere weil es aufgrund der sehr freien Natur Jagdformen gibt, bei denen Hunde mit anhaltendem Spurlaut ganz alleine hinter ihrer Beute her sind und diese dem Jæger entweder nach langer Hetzjagd vor die Flinte treiben oder stellen und den Jæger dann „herbeirufen“.

Dabei kann es schon einmal vorkommen, dass der eine oder andere Schafbauer Angst um seinen Schafbestand bekommt, wenn er so einen einsam jagenden Hund in der Næhe seiner Herde hetzen sieht.

Anlæsslich eines aktuellen Falls eines vom Bauern erschossenen angemeldet jagenden Haldenstøvers, einer den franzøsichen Bracken æhnelnden norwegischen Hasenjagdrasse,  wurde in der Jagd-Zeitschrift „Jakt og Fiske“ folgende sehr vernuenftige Darstellung gebracht:

Einen Hund zu erschiessen, weil er seinem natuerlichen Jagdinstinkt nachgeht, entspricht nicht mehr unserer moderen Einstellung. Statt den Hund zu bestrafen, der nur seine natuerliche Anlage auslebt, wære der richtige Weg, sich eventuell entstandenen Schaden vom Besitzer vergueten zu lassen. Den Besitzern von Jagdhunden wird empfohlen, diese entsprechend versichern zu lassen und natuerlich in der Zucht und Ausbildung darauf zu achten, dass sie schafrein sind (also sich nicht fuer Schafe interessieren).

Den Hund zu erschiessen ist nur dann rechtmæssig, wenn er eine direkte Bedrohung darstellt, die nur durch Erschiessen unter Kontrolle gebracht werden kann. Der Gegenwert eines eventuell bedrohten Objekts (Tieres) darf dabei aber den Wert des Hundes (der bei ausgebildeten Jagdhunden betræchtlich sein kann) nicht uebersteigen!!!

Kønnte man diese wirklich vernuenftige Gegenueberstellung vielleicht auch unseren einheimischen Flintenbesitzern als Gedankenanstoss vorlegen?

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