Vom Flytie

KelpiesSept09 170

Flyte mit Kelpiefreunden Kanga und Winnie

Das Flytie!!!

Im Moment hat es gerade Flegelphase, das kleine Flytie- das schon ein Riesenflyte mit lauter pubertären Flausen im Kopf ist!!!

Er schaut aus wie ein drei Nummern zu große Julie, zieht wie ein Schlittenhund (wenn man ihn läßt) und entwickelt jetzt alle mühsamen Unarten, für die junge Border Collies so berühmt sind!!!

So süß er noch immer ist (wenn ihm danach ist, dann ist er ja noch immer das liebe, anhängliche kuschelige Flytie, trotz allem!!) sind wir jetzt -mit 10 Monaten- mitten in der schwierigen Pubertätsphase, wo alles mögliche an Außenreizen lustiger scheint als Mami!

Wenn wir bis vor ein paar Wochen noch ohne Mühe an Radfahrern vorbeigehen konnten, muß ich jetzt wie ein Haftelmacher aufpassen, denn plötzlich springt der innere Wolf im Flyte an und er fährt auf Dinge hin, die sich bewegen! Radler und Kinderwagen nur manchmal, Scooter immer!!!

Und vor zwei Tagen mußte ich einer Frau sehr zerknirscht Geld für eine neue Hose spenden. Wir sitzen gerade ganz friedlich in der Wiese, die Frau joggt vorbei, und Flytie flitzt so blitzschnell an ihre Hosennaht und wieder zurück, daß ich nicht einmal „Flyte“ rufen kann! (Dabei habe ich ja schon bordercollietrainierte Reflexe!!!) Flyte hat es nicht einmal böse gemeint, aber die Hose hat so lustig beim Laufen geflattert, und er hat nur ganz schnell kosten müssen, dann war er eh schon wieder zufrieden!!! Er wollte niemanden beißen, aber so eine Sommerhose hält eben nichts aus!!

War gar nicht leicht, dieser Frau zu erklären, warum man seine offensichtlich gefährlichen Hunde außerhalb von festen Zwingern und ohne Maulkorb auf die Öffentlichkeit losläßt!!!!

Uff! Ich hoffe, dieses unerfreuliche Kapitel erfährt keine Wiederholungen!!

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Hüten tut Flyte  neuerdings am liebsten Freni, die das gar nicht so toll findet, denn wenn er vor ihrem Kopf in Hütestellung steht, verstellt er ihr natürlich die Sicht! Und Freni schätzt einen guten Überblick!!

(Übrigens ist Freni gerade läufig. Theoretisch hat sie gerade Stehtage, allerdings nicht für Flyte, der ist ihr noch zu jugendlich-uncool. Aber heute beim Spazierengehen hat sie sich in ein paar möglichst große coole unfolgsame Mischlinge verliebt, mit denen sie sofort auf einen Kaffee hochgegangen wäre!!!! Natürlich trenne ich Flyte und Freni trotzdem zu hause, und nehme sie nur abwechselnd mit!!)

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Bei den Schafen sekundiert er noch die anderen Hunde- dh. man kann ihn wunderbar mit Freni oder Julie auf große Outruns mitschicken, und er wird mit ihnen mitlaufen und mitarbeiten. Da sich aber jetzt das ganze Hüte-Problemverhalten im Alltag manifestiert, wird es demnächst auch Zeit werden für ein geordnetes Schaf-Training!

Was tun mit so einer kleinen halbwüchsigen Border-Krätzen (wie wir in Wien für jemand Anstrengenden sagen!) voll Energie und jugendlichem Übermut???

Zum Glück haben wir schon eine schöne Obedience-Basis aufgebaut. Zwar ist die noch (möglicherweise paradox klingend) unabhängig vom „Straßengehorsam“, also noch nicht überall abrufbar. Aber das kommt noch zusammen, das ist nur eine Frage der Zeit.

Flytie ist außerdem sehr verfressen und sehr verspielt- da hat man schon zwei wichtige Ressourcen in der Hand. Er bringt recht brav, wenn er auch noch nicht in die Hand gibt, sondern sein Balli noch vor einem ausspuckt. Aber Bringen ist ja die Basis für die Verwendung von Spielzeug im Outdoor-Training. Wenn ich nach jedem Wurf meinem Balli nachlaufen muß, brauche ich entweder extrem viele Ballis oder kann das Spielzeug eben nicht verwenden, um den Hund von möglichen Ablenkungen wegzuholen.

Und zuletzt: Damit er lernt, daß er auch gehorchen muß, wenn er frei läuft und etwas anderes im Kopf hat: Immer aufpassen, immer auf mögliche den Jagdtrieb auslösende Bewegungsreize und die ersten Reaktionszeichen achten- (da muß man schon den ersten Gedanken erwischen, sonst ist es zu spät!!) Nur rufen, wenn man sein Kommando auch durchsetzen kann. Und immer wenn man ruft oder einen Befehl gegeben hat, auch wirklich dafür sorgen, daß er befolgt wird!! Hunde sind nicht dumm! Wenn sie draufkommen, daß es uns ab einer gewissen Entfernung zu mühsam ist, zu ihnen zu laufen und an unser Kommando zu erinnern, werden sie natürlich ab dieser Entfernung nicht mehr folgen!! Also: Hingehen, den Hund abholen, oder niederlegen, oder was immer das Kommando war. Man muß sich gar nicht hinbeamen, nur sehr zielstrebig und auffällig Taten folgen lassen.

(Sagen wir, Ihr Chef ist gerade in Budapest, und in Ihrem Büro in Wien fühlen Sie sich unbeobachet und spielen auf Ihrer Facebook-Seite herum, statt zu arbeiten. Zweieinhalb Stunden später steht der Chef da und rügt Sie. Spätestens wenn das das zweite Mal passiert werden Sie es wahrscheinlich nicht mehr wiederholen, da Sie wissen, daß der Chef sofort aufbricht, um Sie zu rügen. Die zweieinhalb Stunden, die Sie Zeit haben, bis er da ist, machen jetzt auch keinen Spaß mehr! Das ist übrigens auch das Geheimnis, wie man Border Collies dazu bekommt, beim Schafehüten auf so große Distanzen zu hören: die Hunde müssen wissen, daß man jederzeit willig ist, auch dreihundert Meter zu ihnen zu laufen, wenn sie anfangen sollten, nicht mehr zu folgen!!!)

Kleiner Fußnotentip: In der Nähe mit dem Hund leise zu reden (und die leisen Kommandos ganz konsequent durchzusetzen) hilft ihm, in der Ferne, noch die Kommandos zu erkennen und aufzunehmen. Ich kann nur jeden einladen, bei einem Sheepdogtrial hinten beim Schafsteller zu stehen und sich anzuhören wie die Kommandos ab 300 Meter Entfernung klingen: wie verwehte Baby-Vogel-Piepser. Um die wahrzunehmen und auseindanderzuhalten muß man sich schon als Mensch extrem konzentrieren. Deshalb  muß der Hund, der auf große Distanzen geführt werden soll auf ganz kleine, leise Kommando des Hundeführers lauschen lernen und nicht gewohnt sein, daß ein Kommando mit 120 Dezibel durch alle Ablenkungen hindurchfährt!!

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