Herzliche Gratulation, Lightspeed Jet und Julia!!!

 

Diese beiden haben sich in der internationalen Agility-Welt schon ins Licht der Aufmerksamkeit gespielt: Lightspeed Jet (Guin X Blackie at Conquest) und Julia Füzi. Die beiden waren schon 2016 im Ungarischen WM-Team für die Agility-Weltmeisterschaft. Und sie laufen so konsistent, dass die großen Erfolge geradezu nur eine Frage der Zeit waren!

Das Video oben zeigt Jets Läufe auf der Agility-WM 2017. Mit diesen Clean Runs wurde sie gesamt 12te!!  Das ist schon eine tolle Leistung, denn die Leistungen der Top-Platzierten bei diesen Weltmeisterschaften liegen schon sehr knapp beeinander!

Tereza Kralova holte 2017 den Einzel-WM-Titel mit Say.

Zweite im Einzel wurde Anita Szilágyi mit Dita aus dem ungarischen Team! Man kann also sagen, dass die Ungarn momentan agilitymäßig hervorragend in Form sind!!

Am ersten November konnte Jet außerdem den wohlverdienten Ungarischen Stameistertitel in Agility holen!

Wir gratulieren diesem fantastischen Team und wünschen noch viele, viele Jahre der Fitness und der sportlichen Erfolge!!!

 

FCI Agility World Championship 2017, Liberec, Czech Republic

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Border Collie-Convention

Am 28.10. wurde für interessierte Border-Collie-Halter, -Züchter und -Richter die sogenannte „Border Collie Convention“ in den Seminarräumen des ÖKV angeboten.

Mit Toni Jackson und John Ritchie standen zwei britische Rassespezialisten am Rednerpult, die über das Richten von Border Collies und die internationale Auslegung des Show-Standards referierten.

Beide Vortragende sind glühende Fans der Rasse und richten weltweit Border Collies und hatten ihre ersten Border Collies noch direkt oder fast direkt aus doppelt registrierten ISDS/KC-Linien.

John Ritchie’s Sh.Ch. Melodor Flint at Dykebar:

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Toni Jackson’s Int/Fin.Ch. Elbereth Sodas Magic Dream

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Es war schön zu sehen, wie einig sich die beiden grundsätzlich waren, wenn es um die korrekte Richtung ging, die eine richtig verstandene Border-Collie-Zucht nehmen soll.

So warnte etwa John Ritchie, der gerade große Shows mit mehreren hundert Border Collies sowohl in Australien als auch in Amerika gerichtet hat, vor dem amerikanischen Trend, dass Border Collies dort ausschließlich von professionellen Handlern ausgestellt werden, nicht von den Züchtern, die ihre Hunde und Linien schon seit Generationen kennen und seit Jahren und Jahrzehnten mit ihnen zusammenleben.

Beide Richter halten auch nichts davon, dass diese Rasse, die ja zur praktischen Arbeit an einer Schafherde gedacht ist, zu sehr zum Friseurkunstwerk wird. In Amerika, meinte John Ritchie, würden die Hunde durchgehend mit abgeschnittenen Barthaaren und ausgeschnittenen Ohren-Härchen präsentiert. Die perfekt geschnittenen und in Form gebrachten Haare müssen vor dem Vorstellen im Ring unter einem speziellen Mäntelchen geschützt und im Ring durch Spray in Form gehalten werden. Und die Abwesenheit von jeglichen nicht ganz schwarzen Haaren bei schwarz-weißen Border Collies ließe sich nur damit erklären, dass die fehlfarbige Haare schwarz gefärbt würden.

John Ritchie empfahl allen Anwesenden, das Vorwort zum Amerikanischen Border Collie Standard zu lesen. Hier ist es in der Übersetzung:

American Kennel Club Border Collie Breed Standard:

Präambel: Der Border Collie ist in der Grenzregion zwischen Schottland und England entstanden, wo die Auslesekriterien der Schäfer eine Hund formten, der leichtführig, ein angeborenes Gefühl für die zu hütenden Tiere hat und imstande ist, den ganzen Tag und die ganze Saison lang auf rauem Terrain zu arebeiten. Durch diese Zuchtauslese entwickelte der Border Collie seinen einzigartigen Arbeitsstil, mit dem er in weit ausholenden Outruns die Herde einholt und zum Schäfer bringt. Die Tiere werden durch einen angeborenen intensiven Blick kontrolliert, den man „Eye“ nennt und der an einen typischen schleichenden Gang gekoppelt ist. Durch die gezielte Auslese über lange Zeit entwickelte sich auch die für einen Border Collie typische Intensität, Energie und Trainierbarkeit. Diese Fähigkeiten sind für die Rasse ebenso wichtig wie die physische Form und Erscheinung.

Der Border Collie hat einen einzigartigen Instinkt und eine geradezu unheimliche Fähigkeit zur Problemlösung. Eine seiner außerordentlichen Fähigkeiten ist die Fähigkeit, außer Sicht seines Besitzers zu arbeiten ohne auf Kommandos angewiesen zu sein.

Durch die Zucht auf diese Arbeitseigenschaften wurde diese Rasse zum besten Hütehund der Welt. Als arbeitender Hütehund ist der Border Collie auch weiterhin weltweit im Einsatz.

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Sowohl John Ritchie als auch Toni Jackson waren sich einig, dass die physische Leistungsfähigkeit nicht durch Trends im Showring beeinträchtigt werden dürfe.

Ein Border Collie solle zB. nicht so viel Fell haben, dass man nicht am Freitag noch mit ihm arbeiten könne und ihn mit nur minimaler Vorbereitung des Haarkleides am Samstag bei einer Show präsentieren könne.

Die Körperteile des korrekten Border Collie Typs wurden von der Schnauze bis zur Schwanzspitze besprochen und in Beispielen als Bild gezeigt. Für konkreten Anschauungsunterricht wurden auch anwesende Border Collies auf den Tisch geholt und ihre Proportionen besprochen.

In diesem Artikel kann ich nicht jedes Detail weitergeben. Wer sich dafür im Speziellen interessiert, sollte sich bei Border Collie-Richtern informieren oder sich bei der nächsten entsprechenden Veranstaltung anmelden.

Einige Details, die erwähnt wurden, sind aber interessant und gleichzeitig leicht schriftlich wiederzugeben.

Zum Beispiel ortete Toni Jackson einige Missverständnisse in ein paar gängigen Auslegungen des Standards.

Im Fall der korrekten Ohrenstellung steht im Standard „aufrecht oder gekippt“.

Es solle deshalb nicht so gerichtet werden, dass nur Hunde mit gekippten Ohren bei einer Ausstellung eine Chance hätten.

Es steht auch nichts davon, dass nicht ein Ohr aufrecht und eines gekippt sein könne. Man könne also ruhig auch einen Hund gewinnen lassen, der ein Steh- und ein Kippohr hat.

Bei der Augenfarbe ist braun angegeben und nicht „so dunkel wie möglich“. Spezifiziert wird der Ausdruck des Hundes, der mild, wach und intelligent sein soll. Nach Toni Jackson wären schwarze Augen wegen des dann kaum erkennbaren Ausdrucks genauso falsch wie gelbe Augen mit stechendem statt mildem Ausdruck.

Im britischen Standard gibt es zwar keine disqualifizierenden Fehler, aber blaue Augen werden bei Hunden mit einer anderen Farbe als Merle nicht bevorzugt. Bei Merle Hunden sind aber auch unterschiedliche Augenfarben natürlich kein Problem.

Zum Thema Farben hatten die beiden Richter auch einiges zu sagen. Beiden ist es wichtig, dass die typische Vielfalt im Aussehen der Border Collies erhalten bleibt und nicht einer wie ein Klon vom anderen aussieht, weil sich die Züchter nur die Hunde mit perfekter weißer Halskrause, gleichmäßiger Blesse und zwei weißen Vorderbeinen behalten, weil sie glauben, mit allen anderen im Ring keine Chance zuhaben.

Im britischen Standard steht über Farben einfach, dass eine Vielfalt von Farben möglich ist, also de facto alle Farben erlaubt sind.

Weiß soll nicht überwiegen. Das heißt aber, dass bei einem ansonsten nicht allzu weißen Hund ein halbweißer oder weißer Kopf kein Problem sein sollte.

Bei ungleichmäßiger gezeichneten Hunden oder Hunden in verwirrender Merle-Färbung müsse man beim Richten noch genauer auf die tatsächliche Struktur achten, weil die Zeichnung zu optischen Täuschungen führen könne.

Extra erwähnt wurde auch, dass die Border Collie Standards mit Ausnahme des australischen, der übrigens auch nur sechs verschiedene Farben akzeptiert, auch den kurzhaarigen Border Collie kennen, der zwar bei den Arbeits-Border-Collies inzwischen fast die Hälfte der Hunde ausmacht aber im Show-Ring so gut wie gar nicht vorkommt.

Am Nachmittag kamen die anwesenden Hunde und die beiden Rassespezialisten im Showring zum Einsatz. Alle, die nicht gerade ihren Hund vorstellten, durften die präsentierten Hunde angreifen, die Struktur erspüren und bei der Beurteilung der Bewegung mitrichten.

Die korrekte Bewegung sei noch wichtiger als das Erscheinungsbild im Stehen. Beim Border Collie solle sie nicht Extremes haben. Keine zu schnelle Gangart, keine zu hoch fliegenden Beine, Kopf und Rute nicht zu hoch getragen, sondern ein fließender Gang mit raumgreifendem Trab, also vergleichsweise wenigen aber effizienten Trabschritten, die zu ausdauernder Arbeit befähigen sollen.

Erklärt und erläutert wurden das gewünschte Bewegungsbild sehr schlüssig, und man konnte gut nachvollziehen, wie die von den beiden Richtern präferierte Bewegungsform aussehen solle.

Ich möchte gar nicht damit anfangen, diese Bewegung hier schriftlich zu erklären zu wollen. Für so etwas sind Seminare viel, viel besser geeignet.

Ich habe auch viele andere Details gar nicht erwähnt, die von den beiden Richtern ausführlich besprochen wurden. Von den Proportionen und korrekten Verhältnissen der Körperteile eines Border Collies zu einander kann man nicht so gut schreiben. Da könnte ich gleich den Standard hier hinein kopieren. Die verschiedenen Standards nachlesen kann natürlich jeder ganz leicht. Sogar auf Wikipedia findet sich jetzt schon ein ausführlicher Artikel über Border Collies und die verschiedenen Registrierungen und internationalen Vereine.

Aber eine richtige Vorstellung, was mit den Worten gemeint ist, bekommt man eben besser, wenn anwesende Spezialisten es einem an anwesenden Hunden praktisch erklären.

Ich danke deshalb der Organisation ganz herzlich für diesen interessanten und lehrreichen Tag im ÖKV.

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Natürlich kann ich es nicht lassen, noch ein bisschen meinen eigenen Senf dazuzugeben.

Es war wirklich schön zu hören, wie wichtig den beiden Richtern die Geschichte des Border Collies als arbeitendem Hütehund ist und wie essentiell sie es finden, dass sich die Rasse nicht durch Auslese auf spektakuläre Show-Championate so „entwickelt“, dass sie für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr einsetzbar wäre.

Das ist natürlich begrüßenswert und es wäre sehr wichtig, dass das auch so gehandhabt wird. Es wäre wirklich schade, wenn der Show-Border-Collie zu einer Frisur auf Beinen würde, die gefärbt, gesprayt, in Form toupiert und ansonsten im Mäntelchen „geschont“ wird.

Es ist auch wunderbar, sich immer wieder an die ursprünglichen Einsatzbereiche einer Rasse zu erinnern, für die man seine Liebe entdeckt hat.

Aber zu leicht verlieren sich die Showrichter in dem strukturellen Irrtum, dass sie durch das Beobachten eines im Showring vorgeführten Hundes auf Arbeitseigenschaften schließen können.

Ein Unterschied zwischen Großbritannien und Österreich ist, was das Show-Wesen betrifft, dass wir in Österreich alle potentiellen Zuchthunde bei einer Show präsentieren müssen und die Briten eine solche Regelung nicht kennen. Sie gehen deshalb nur zu einer Show mit einem Hund, von dem sie glauben, mit diesem auch eine Platzierung bekommen zu können.

Grundsätzlich finde ich die österreichische Idee sehr sinnvoll, dass sich die Zuchtpopulation vor der Zucht einer Beurteilung durch jemand anderen als den Züchter selber stellen muss, sodass jemand möglichst Unparteiischer noch ein Wort über die Zuchttauglichkeit eines Hundes mitzureden hat.

Es ist auch wichtig, dass strukturelle Mängel, die die Leistungsfähigkeit eines Hundes beeinträchtigen könnten, erkannt werden und somit entweder züchterisch ausgelesen oder durch die Auswahl des Zuchtpartners möglichst korrigiert werden können.

Ich finde es auch sinnvoll, dass sich Zuchthunde zumindest einmal in ihrem Leben einer Ausstellung und dem damit verbundenen Trubel stellen müssen. Dass sie sich von Fremden angreifen und untersuchen lassen und in der Stresssituation unter so vielen Hunden nicht die Nerven verlieren.

Und natürlich ist es wichtig, dass eine Arbeitsrasse nicht so stark zum stilisierten Kunstwerk weitergezüchtet wird, dass ein tatsächlicher Einsatz im ursprünglichen Arbeitsbereich nicht mehr sinnvoll möglich wäre.

Hier enden aber auch die Möglichkeiten, die eine Hundeausstellung hat, die Arbeitseigenschaften einer Rasse zu erhalten.

Angeborene Talente wie Stil und Auge des Border Collies, seine Outrun-Anlage , sein „Sheep sense“ oder „Stock sense“ lassen sich nur im praktischen Einsatz erkennen. Ob ein Hund langfristig den Beslastungen in schwierigem Terrain stand hält, kann man auch nur erkennen, wenn er jahrelang dort eingesetzt wurde.

Border Collies laufen im Ausstellungsring nicht einmal eine Minute im Kreis.

Deutsche Schäferhunde lässt man seit Jahrzehnten im Ring lang und ausdauernd laufen. Trotzdem geht die Rechnung nicht auf, dass dadurch die Gesundheit und Belastbarkeit der Rasse sinnvoll überprüft wird.

Ein Hund müsste gesundheitlich schon extrem beeinträchtigt sein, wenn er nicht mehr zwanzig Minuten lang locker traben könnte. Kleinere Mängel, die aber züchterisch durchaus wichtig sein könnten, entdeckt man so nicht unbedingt.

Auf die Gefahr hin, dass ich mich bei den Ausstellungs-Profis unbeliebt mache, möchte ich behaupten, dass ein Border Collie beim Arbeiten eigentlich nicht sehr viel traben muss. Das muss der Deutsche Schäferhund, wenn er an der Schafherde eingesetzt wird, schon, da er dabei das ausdauernde „Furchegehen“ im Programm hat, das für den Border Collie als Koppelgebrauchshund kein Thema ist.

Beim Hüten läuft er entweder auf den schnellen „Flanken“ oder den großen Outruns im Galopp oder er geht im Schritt auf die Schafe zu und benutzt dabei sein „Eye“, den fixierenden Blick und den schleichenden Gang.

Den Trab als typische Bewegung eines Koppelgebrauchshundes vorzugegeben ist also einfach ein Missverständnis. Geht der Border Collie im Trab auf die Schafherde zu, ist er eigentlich schon zu schnell unterwegs. Schafe haben ungefähr dasselbe Komforttempo wie wir Menschen. Und wir wissen, dass wir laufen müssen, wenn unser Hund neben uns trabt und nicht Schritt geht. Schafe wollen wir gerne so transportieren, dass sie sich nicht gestresst und gehetzt fühlen. Deshalb ist außer in Ausnahmefällen der Trab eine Border Collies für die Schafe ganz einfach zu schnell, wenn es geradeaus gehen soll. Auf der Flanke oder dem Outrun wäre der Trab aber zu langsam.

Schritt oder Galopp braucht der arbeitende Border Collie also.

Es ist einfach eine Show-Konvention, die verlangt, Hunde im Trab vorzuführen. Mit dem Schafehüten hat das nichts zu tun.

Ein trabender Hund gibt ein hübsches Bild ab und ich kann mich damit solidarisieren, dass ein mit fließenden Bewegung mit tief getragener und tief angesetzter Rute vorgeführter Border Collie, wie es uns bei der Border Collie Convention als Idealbild vorgeführt wurde, sehr hübsch aussieht.

Aber das sind ästhetische Kriterien, die ganz einfach nichts mit einer etwaigen Arbeitseignung zu tun haben.

Unter typischen Border Collie Bewegungen würde ich zum Beispiel eine ausgezeichnete seitliche Beweglichkeit und Flexiblität einreihen, eine hervorragende Sprungfähigkeit, sehr gute Beschleunigung, aber auch die Fähigkeit, sehr schnell aus einer schnellen Bewegung in eine langsame oder in einen totalen Stopp überzugehen.

Auf die vielen Elemente, die einen hervorragend veranlagten Hütehund ausmachen, will ich hier gar nicht anfangen einzugehen. Keines der hier erhofften Elemente ist im Showring von Relevanz.

Über die in der zitierten Präambel zum amerikanischen Border Collie Show Standard erwähnte Trainerbarkeit und Führigkeit kann man ebenfalls nichts sagen, wenn man den Hund nur im Showring gesehen hat.

Es ist nichts einzuwenden dagegen, dass man sich einem ästhetischen Standard für Showhunde verschreibt und ihn sich zum Lebensinhalt macht, solange man sich darüber klar ist, dass man damit eigentlich nicht mehr über die Einsatzfähigkeit des Hundes aussagt als dass er nicht schon in einem leichten einminütigen Trab erkennbare Schwächen zeigt, dass er aufmerksam dreinschaut, stillstehen kann und mit der Showsituation zurechtkommt.

So viele Rassen haben sich durch Scheuklappen der Showrichter und der Züchter extrem von ihrer ursprünglichen Aufgabe wegentwickelt. Oft wird die Legende von der Einsetzbarkeit der Rasse noch brav von Generation zu Generation von Züchtern und Welpenbesitzern weitergegeben, wenn in Wirklichkeit schon jedem, der nicht die rassespezifische Scheuklappenbrille trägt, klar ist, dass sich vermutlich nur mehr die wenigsten Exemplare der Rasse für den ursprünglichen Zweck eignen.

Beim Border Collie führt die ISDS seit 1906 ein Zuchtbuch für Arbeits-Border-Collies. Die ISDS hat sich standhaft aber letztendlich fruchtlos dagegen gewehrt, dass der Border Collie zum Show-Hund gemacht werden sollte. Der britische Kennel Club hat 1976 den Standard für diese Rasse festgeschrieben.

Auch in Amerika gab es erbitterte Kämpfe zwischen den Vereinen, die Arbeits-Border-Collies registrieren und denen, die ihre Zuchthunde auf Shows schicken.

Der Arbeits-Verein wirft Miglieder hinaus, die auf eine Show gehen oder beim anderen Verein Mitglied werden.

So militant muss man natürlich nicht sein. Ein respektvoller Blick auf die jeweils andere Fraktion, sei es nun Show oder Arbeit ist eine wertvolle Qualität. Genauso sollte man, ob man sich zur einen oder anderen Fraktion zugehörig fühlt, nicht eine gewisse Fähigkeit zur ehrlichen Kritik an den eigenen Hunden velieren.

Hat man Showhunde, braucht man nicht automatisch davon ausgehen, dass sie bestimmt genauso hüten könnten wie die Hunde aus Hüteleistungszuchten, wenn man ihnen nur die Gelegenheit bieten würde.

Falls jemand diese Behauptung entkräften möchte, steht jedem frei, den Gegenbeweis dadurch anzutreten, dass man Show-BCs ausbildet und bei Trials präsentiert.

Natürlich wird man von Show-Richtern oder Show-Hunde-Züchtern, die mit ihren Hunden nicht praktisch arbeiten auch nicht direkt erwarten, dass sie durch ihre Zucht die Arbeitseigenschaften des Border Collies erhalten können. Ich bin mir aber manchmal nicht ganz sicher, ob sich die Züchter und Richter der Show-Fraktion darüber auch klar sind oder ob sie nicht vielleicht wirklich glauben, durch Betrachtung des Körpertyps, Ausdrucks und Gangwerks genug für die Erhaltung der praktischen Verwendungsmöglichkeit der Rasse am Vieh zu tun.

Die einzigartigen Anlagen der arbeitenden Border Collies sind zarte und wertvolle genetische Plänzchen, die von Generation zu Generation gepflegt werden müssen, da sie sonst in wenigen Generationen zur Unbrauchbarkeit ausgedünnt sein können. Keine andere Rasse hat diese Fähigkeiten in diesem Grad. Am nächsten kommen noch die Kelpies. Nach den Kelpies gibt es aber eine breite Kluft zur vergleichsweisen Hüteleistung der nächsten Hütehunderasse. In einigen dieser Rassen gibt es Züchter, die sich mit allen Kräften bemühen, auf Arbeitsleistung zu züchten. Das wird aber unglaublich schwierig, wenn es in einer Rasse nicht mehr genügend herausragend veranlagte Tiere gibt, bzw. genügend andere Züchter mit demselben Zuchtziel. Immer wieder kommt man dann züchterisch an eine Wand, weil es nicht genug ausgezeichnet veranlagte Deckpartner gibt, die mit den eigenen Hündinnen nicht verwandt sind und auch noch den anderen Qualtitätskriterien bezüglich Gesundheit oder Temperament entsprechen. Der Border Collie ist momentan noch nicht gefährdet, seine Arbeitsfähigkeit zu verlieren. Aber das muss man auch so erhalten. Eben durch Überprüfung der Leistung. Es reicht hier nicht, sich auf Legenden von geeignetem Gangwerk und wetterabweisendem Haarkleid zu verlassen.

Ich bin die Letzte, die meinen würde, die eine „Linie“ würde die andere ruinieren. Will man die Qualitäten seiner präferierten Linie erhalten zwingt einen ja keiner, einen Hund in der Zucht einzusetzen, der nicht mehr genügend Qualitäten der gewünschten Art mitbringt.

Auch „Mischlinien“, wenn sie mit Verstand und Überblick gezüchtet werden und nicht einfach auf Gut-Glück, oder weil der Deckrüde um die Ecke wohnt, können manchmal sinnvolle Ergänzungen zum vorhandenen Genpool beitragen.

Für beide Fraktionen ist es sinnvoll, ab und zu zu den anderen zu schauen und zu sehen, ob man von den anderen nicht noch etwas lernen könnte.

Von der Arbeitslinie kommend herrscht oft eine gewisse Unbedarftheit was strukurelle Mängel und allgemein züchterische Details betrifft. Durchschnittlich sind oft die Show-Border-Collies auf einem höheren Standard, was Gesundheitsuntersuchungen betrifft. Und die Züchter haben oft mehr Detailwissen über Hundezucht und Vererbung, wo sich die Züchter von Arbeitshunden gerne auf die Arbeitseigenschaften der Zuchthunde verlassen, die sozusagen schon alles retten würden. Mit dem Aufkommen der Gentests auf die unterschiedlichsten Krankheiten haben viele motivierte Züchter eine Überraschung erlebt, weil sie festgestellt haben, dass ihre Zuchthunde Träger für die eine oder andere genetische Krankheit sind. Bei den Arbeitshunden hat sich die Legende, dass die Abfragung der Arbeitsleistung die Hunde auch prinzipiell genetisch gesund erhält, leider so auch als eine Milchmädchenrechnung erwiesen.

Es können also Show- und Arbeitsfraktion durchaus noch voneinander das eine oder andere lernen. Sich ab und zu etwas anderes anzuhören oder die Bedenken der „Konkurrenz“ zur Kenntnis zu nehmen, kann manchmal ganz gut sein.

Zum Lernen über den sinnvoll verstandenen Standard und seine praktische Anwendung beim Richten war die Border Collie Convention 2017 eine hervorragende Gelegenheit. Vielen Dank für die Gelegenheit.

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Ungarische Felder

 

Meine Hunde brauchen Training! Mit Nora möchte ich gerne diese Saison noch in Trial Kl.3 aufsteigen. Nora ist schnell und schlau und gut trainierbar. Aber Geduld ist nicht ganz ihre Sache. Wenn  die Schafe ihrer Meinung nach zu sehr herumtrödeln, neigt sie zu spontanen Entscheidungen!

Das Guinchen ist jetzt schon länger nicht mehr Trials gestartet und gehört besonders auf Entfernung wieder ein bisschen feingeschmirgelt.

Und die kleine Lillan ist sehr, sehr enthusiastisch und gehört allgemein gezähmt und an den Schafen ganz besonders!

Wegen der grossen weiten Flächen mag ich Ungarn sehr gern für Intensivtrainingswochenenden! Diesmal konnten wir in Nordungarn bei Annamaria ein schon abgeerntetes Feld hinter ihrer Farm benutzen, das breit genug war, um sogar Lookback zu üben.

In Österreich sind wir ja schon froh, wenn wir EIN Feld finden, das halbwegs groß genug ist, um den arbeitseifrigen Hunden Outruns zu zeigen, die groß genug für Kl.3 sind. Dass man dazu noch die Feldbreite hat, um einen Outrun auf die eine Seite und einen auf die andere Seite machen zu können, ist schon ein sehr seltener Luxus!

Der schwierigste Teil ist es ja, seinen Hund, wenn er die eine Gruppe Schafe in die Nähe seines Besitzers gebracht hat, zu überzeugen, sich von diesen wegzudrehen und nach einer zweiten Gruppe zu suche, die irgendwo am Feldrand auf der anderen Seite warten.

Besonders, wenn man diese Situation nicht zu oft trainiert! Meine Hunde kennen schon ein Lookback-Kommando, aber wir verwenden es meist ja nur in der Nähe, beim Shedden, zum Umdrehen auf die andere Gruppe. Dabei weiß ja der Hund, dass es noch eine zweite Gruppe gibt!

Nicht umsonst ist Double-Gather eine Königsdisziplin für die Finali von ganz großen internationalen Bewerben.

Ob und wie man seinen Hund zur zweiten Schafgruppe dirigieren kann, ist wirklich sehr spannend! Es macht großen Spaß, daran zu arbeiten!

Wir danken Annamaria für die Gelegenheit dazu! 🙂

Für Double Gather braucht man außerdem mindestens drei Handler mit Hunden, die zumindest einen Kl.3 Outrun und Drive können, um die Schafsgruppen füreinander bereitstellen zu können. Annamaria hat für uns mit Wish mitgeholfen und mit-ge-lookbackt. Und Hannes mit Josie (LS Love Affair, Guin X Eryri Jaff) lernt auch gerade Lookbacks.

Außerdem dabei war der brave irische Jüngling Gealai.

Mit Lillan im Rundpferch schaut es momentan gerade so https://youtu.be/7Kl8ikyi0e0

   

Julie durfte auch ein bisschen an die Schafe. Trotz ihrer 13 Jahre kann sie noch alles, auch wenn natürlich kein Turbo mehr eingeschaltet werden kann. Aber Bewegungen, Verbal- und Pfeifkommandos, alles noch da! 🙂 Brave kleine Julie-Omi!

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Lillan at Lightspeed

 

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Die kleine Lillan! Mit diesem Bild ist sie mir vor einem Jahr ins Herz gehüpft! 🙂

Und kaum war sie in Österreich hat sie schon entdeckt, dass sie wirklich gern Agility machen möchte, wenn sie gross ist! Nein! Ich schicke Welpen natürlich nicht über Kontaktzonengeräte! Aber so hat man sie vorgefunden, wenn man aus der Gerätehütte herausgeschaut hat! (Siehe: Winziges Hunde-Ding auf der Spitze der A-Wand)

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Charakter hat sie unter anderem auch bewiesen, indem sie sich zum Schlafen in der Bücherwand eingenistet hat. Passenderweise auf den Kinderbüchern. 🙂

Und Nora war sie gleich sehr sympathisch, so eine kleine Räubersbraut zum Selbst-Anlernen. (Bei Nora beachte man die erdige Nase- Nora kann keine 10 Minuten im Freien zu sein ohne sich in der Botanik zu wälzen oder zumindest eine erdige Nase zu haben!!)

Das kleine, süße, wilde Lillantierchen ist jedenfalls diesen August ein Jahr alt geworden. Diesen Montag hatte sie Termin zum HD-, ED-, OCD-Röntgen.

Das ist bekanntlich immer ein spannender Tag im Hundeleben. Wenn da alles passt, kann man schon sehr glücklich sein. Und so haben wir bei Lillan einen schönen Grund zu feiern: Alles in Ordnung, Hüften, Ellbogen, und auch keine Übergangswirbel! 🙂 Ich freue mich, dass die kleine wilde Hummel also jetzt auch offizielles grünes Licht zum weiterhummeln hat!

Die Gentestserie habe ich mit ihr schon im Sommer gemacht. Auch hier ist sie genetisch frei von CEA, MDR1, TNS, MH und NCL. Jetzt muss sie nur noch brav werden. Lillan hat nämlich ein Engerl und ein Teuferl (auch ein ganz süßes) auf je einer Schulter sitzen! 🙂 Aber zum Glück ist sie wirklich spielmotiviert und entsprechend gierig, etwas zu lernen. Und sie ist ein liebes Tierchen, das Kinder gern hat, nicht wie Nora jeden Scooter fangen will und nicht einmal die Nachbarn verbellt, wenn sie durchs Treppenhaus klettern. Also mache ich mir Hoffnung, dass das mit dem Bravsein noch werden kann! 🙂

 

Bei der Qualitätskontrolle von Lady Julie gutgeheissen worden und seitdem perfekt ins Rudel integriert!

 

Lillans Mama Lil ist eine Trial- und Arbeitshündin mit sehr schönen britischen Pedigree und Nachzucht, die erfolgreich in Trials läuft, bis zu Continental Starts für Italien. Ihr Sohn Doc von Andrea Corrubolo war 2017 im Continental Finale.

Lillans Papa Ben ist ein irischer Import und hat Seth als Vater, der auch der Vater vom berühmten Supreme Champion Glencregg Silver ist.

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Die vier süssen Lightspeed Ps sind 5 Wochen alt

 

Die kleinen Ps haben wirklich ein Glück mit dem schönen Oktoberwetter, in dem sie noch draußen herumtollen können soviel sie wollen.

Inzwischen hat sich die Haarkleid-Frage auch geklärt: Percy und Polly sind langhaarig, Penny und Patty sind kurzhaarig. 🙂

Wichtiger als das Haarkleid ist aber sowieso, dass sie sich alle prächtig entwickeln und schon ihre ersten „offiziellen Termine“ in Form von Chippen und dem Augentest auf erbliche Augenkrankheiten bestanden haben.

Wie immer bei Lightspeed Welpen werden sie regelmässig entwurmt, zwischen Hunden und Menschen (und Schafen) aufgezogen und liebevoll sozialisiert und sowohl bei der ISDS als auch bei der FCI (ÖCBH) im A-Blatt registriert.

In ihrem Pedigree (siehe oben) sind jede Menge prominente Hunde versammelt. Teun van den Dool, der es erstellt hat, kannte scheinbar die österreichische Mutterlinie nicht. Hier sind auch Mama Kass und Oma Darla sehr prominente Hunde in der Trialszene, die beide Staatsmeister, Continental- und Worldtrial-Teilnehmerinnen waren.

Sowohl Kass als auch der noch junge Papa Nick sind freundliche, lustige und energetische Border Collies, schnell und zu allem bereit. Wolfgang führt seine Hunde nur in Sheepdog Trials, von der praktischen Schafarbeit abgesehen. Aber sie würden sich sicher auch für den Hundesport sehr gut eignen.

Um ein Mädchen kann man sich noch bewerben. In diesem Fall bitte an Wolfgang emailen: w.lipczenko@gmx.at

Patty (Lightspeed Peppermint)

Penny (Lightspeed Penny Lane)

 

Percy (Lightspeed Percival)

Polly (Lightspeed Pollyana)

 

Mama Kass, Tochter von Lightspeed Darjeeling und Llangaddog Gary

Toryhill Nick, HD-, ED-, OCD-frei, frei von erblichen Augenkrankheiten Jänner 17, CEA-carrier, Trial Kl.1, aber schon höher ausgebildet

Pedigree von Nicks Mutter

 

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Waldbauerntrials

Im Naturschutzgebiet Flatzer Wand waren bisher immer nur Funtrials. Jetzt gab es zwei offizielle Trials dort an zwei Wochenenden hintereinander. Eines unter dem ÖCBH, das von Marion Fuchs gerichtet wurde und eines vom ASDS, das von Wolfgang Lipczenko gerichtet wurde.

Das hügelige Feld wäre zwar theoretisch auch groß genug für eine offene Klasse, aber dafür müsste man die Hunde am Outrun durch eine Engstelle schicken und die Hunde müssten die Schafe quer über den Wanderweg fetchen, teilweise außer Sicht des Handlers. Da die Veranstalter die offizielle Trialkarriere auf diesem Feld nicht gleich mit einer solchen Schwierigkeitsstufe beginnen wollten, gab es an beiden Wochenenden nur Kl.2 und 1, dafür aber jeweils zwei Läufe pro Tag.

Für Anfänger eine großartige Gelegenheit, dicht geballte Trialerfahrung zu sammeln.

Und für meine kleine Nora, die zusätzlich auch noch läufig war, eine Last-Minute-Intensivtraining. Irgendwann bei den nächsten Trials wird sie in Kl.3 aufrücken müssen, da kann ein bisschen Übung nicht schaden.

Am ersten Wochenende war sie noch ziemlich temperamentvoll und wurde Vierte. Am zweiten Wochenende schaffte sie den zweiten Platz. Naja, der erste wäre es gewesen, wenn auch alle vier Läufe gezählt hätten. Aber zwei Läufe wurden zu Streichresultaten erklärt, damit auch die Starter, die nur einen Tag kommen konnten, eine Chance hatten.

Insgesamt waren beide Wochenenden friedliche, schöne Trialveranstaltungen bei perfektem Wetter mit interessanten Parcours und insbesondere anspruchsvollen Sheds.

Jetzt können sich Johannes Webers brave Waldschafe wieder in Frieden von den Trials erholen. Eigentlich können sie aber auch nichts Schlechtes über die Hunde berichten, die sie an diesen Wochenenden getroffen haben.

 

Und den lieben alten Cedric, Lightspeed Aragorn, den allererstgeborenen Lightspeed, haben wir auch getroffen. Er ist jetzt 13 Jahre alt und seit einem Jahr zwickt und zwackt es ihn schon an allen Ecken und Kanten. Trotzdem ist er aber noch immer einer lieber, immer lächelnder und wedelnder Hund und einfach ein wunderbarer Hund.

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Schafe scheren und umtreiben für die Herbsttrials

Kleines Familientreffen mit Oma Julie, Mama Guin und Tochter Josie (LS Love Affair), die schon eine routinierte Arbeits- und Open-Class-Hündin geworden ist. Der Anlass war das Scheren der Waldschafherde für die kommenden Waldbauern-Sheepdogtrials, bei denen die Schäfchen ja schließlich auch ansehnlich aussehen sollen.

Vor dem Scheren musste die Herde vom Berg herunter und dann wieder hinaufgetrieben werden. Bei dem überraschend strahlenden Wetter war das natürlich ein Vergnügen! 🙂

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